View of the Amazon Region

NB-LAB Forschungsprojekt im Amazonasgebiet: Ehrsam Peru-Consult begleitet wissenschaftliches Pilotprojekt deutscher und peruanischer Universitäten

NB-LAB Forschungsprojekt im Amazonasgebiet: Ehrsam Peru-Consult begleitet wissenschaftliches Pilotprojekt deutscher und peruanischer Universitäten

Praxisnahes Forschen im Amazonasgebiet

Die Initiative des praxisnahen Forschens im Amazonasgebiet (NB-LAB-„nature-based living lab) ist ein ambitioniertes Vorhaben.

Das durchführende internationale Konsortium besteht aus vier Universitäten aus Peru bzw. Ecuador, dem ersten Exzellenzzentrum Perus, einer spanischen Universität aus Madrid und zwei deutschen Hochschulen aus Wismar und Jena. Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsteams kommen der indigenen Bevölkerung und der Natur vor Ort zugute.   


 

Von August bis September 2022 findet das 1. Nature Based Living Lab im Amazonasgebiet statt. Austragungsort ist Tena/Ecuador und für das Jahr 2023 Iquitos/Peru. Ehrsam Peru-Consult begleitet das Projekt und bringt seine Fachexpertise zur interkulturellen Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung ein. Hierzu finden semi-strukturierte Interviews und Fokusgruppenworkshops mit den Teilnehmern aus allen Ländern statt.

  • „Wir wollen die Universitäten und Forschungsteams bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit unserer Erfahrung und unserem Wissen aktiv zu unterstützen. Als ich gefragt wurden, ob wir uns die Begleitung dieses ambitionierten Pilotprojektes vorstellen könnten, habe ich sofort zugesagt. Das NB-LAB ist wie ich finde eine sehr gute Lernmethode“, so Holger Ehrsam, Gründer und CEO.

Die langjährige Expertise aus Kundenprojekten von Ehrsam Peru-Consult fließt dabei ebenso ein wie eine wissenschaftsbasierte Arbeitsweise.


 

Die teilnehmenden wissenschaftlichen Einrichtungen sind:

            • Universidad Nacional Mayor de San Marcos, Lima
            • Universidad Regional Amazónica (IKIAM), Ecuador
            • Universidad Tecnológica Equinoccial (UTE), Ecuador
            • Universidad Autónoma de Madrid (UAM)
            • Universidad de la Amazonía Peruana (UNAP), Iquitos
            • Centro de Investigaciones Tecnológicas Biomédicas y Medioambientales (CITBM), Lima
            • Universidad de Wismar (Alemania)
            • Universidad de Jena, Ernst-Abbe (Alemania)

 

Über Ehrsam Peru-Consult GmbH – die Brücke zwischen Peru und Deutschland

Ehrsam Peru-Consult bringt Menschen und Unternehmen aus Peru und Deutschland zusammen. Es ist die Brücke zwischen Peru und Deutschland und #1 Business-Experte in Deutschland mit ausschließlichem Fokus auf Peru

Als erster Ansprechpartner unterstützt Ehrsam Peru-Consult seit 2012 mit praxiserprobten Wissen deutsch-peruanische Gründer und Entrepreneure als Mentor sowie berät peruanische Familienbetriebe, die in den deutschen Markt erfolgreich eintreten wollen. 


 

Über den Autor: Holger Ehrsam ist Gründer von Ehrsam Peru-Consult GmbH und seit Jahrzehnten mit Peru vertraut.

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Wasserknappheit: Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wirtschaft weltweit und insbesondere in Peru

Wasserknappheit: Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wirtschaft weltweit und insbesondere in Peru

Seit rund 20 Jahren nimmt die Sorge um den Wasserrückgang zu. In vielen Flüssen ist der Abfluss stark zurückgegangen und viele Seen sind ausgetrocknet. Dadurch ging vielen Regionen weltweit das Wasser aus, wodurch die wasserintensive Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wurde und dies wiederum Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat.

 

Ein wissenschaftlicher und technischer Blick

Die Oberfläche des Planeten Erde ist zu 70 % mit Wasser bedeckt, aber dieser Prozentsatz stellt nur 0,023 % der Masse des Planeten dar, 2,5% ist Süßwasser (etwa 35 Millionen Kubikkilometer). Nur 0,007 % der Gesamtmenge ist für den menschlichen Bedarf geeignet, was darauf zurückzuführen ist, dass 69,7 % des Süßwassers in Gletschern gefroren sind, 30 % unter der Oberfläche in Grundwasserleitern und 0,03 % in Flüssen und Seen vorhanden werden.

Wenn man Nachrichten über Wasserknappheit hört, erwecken sie den Eindruck, dass das Wasser des Planeten zu Ende geht. Das ist aber nicht wirklich so. Erinnern wir uns ein Grundprinzip der Physik das besagt, dass Materie weder erschaffen noch zerstört wird, sondern sich nur verwandelt. Das Wasser verschwindet also nicht. Das Problem ist viel mehr, dass die Süßwasserquellen stark zurückgegangen sind, insbesondere in den Flüssen und Seen. Angesichts dieses Problems entsalzen mehr als 100 Länder auf der Welt Meerwasser. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Vereinigten Staaten von Amerika sind die drei wichtigsten Länder, die diese Methode anwenden, um ihre Bevölkerung mit dieser wertvollen Ressource zu versorgen.

 

Wunderlösung?

Der Mensch ist für seinen Lebensunterhalt direkt vom Wasserkreislauf abhängig, und da die Niederschläge nicht ausreichen, um Flusswasser zu Trinkwasser aufzubereiten, sucht er nach Alternativen, um diese wertvolle Ressource gewinnen zu können. Die Meerwasserentsalzung ist eine stark kritisierte und kontrovers diskutierte Methode, denn das Verfahren benötigt einen hohen Energiebedarf und erzeugt Abfälle, die die Umwelt stark beeinträchtigen.

Außerdem ist sie extrem teuer, wie das Beispiel aus San Diego, USA, zeigt. Die Stadt in Kalifornien hat eine Milliarde Dollar in eine Entsalzungsanlage investiert, um bis zu 250 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag zu produzieren. Insbesondere arme Länder, die über keine ausreichenden Süßwasserquellen und keinen Zugang zum Meer verfügen, sind von der Wasserknappheit am stärksten betroffen. Denn selbst wenn sie Zugang zu Meerwasser hätten, verfügten sie nicht über die finanziellen Mittel, um diese Art von Investitionen zu tätigen, wie es die Stadt San Diego getan hat. Die Bevölkerung wäre nicht in der Lage, die hohen Kosten zu tragen, da diese um bis zu 125 % steigen würden.

Dubai. Moderne Entsalzungsanlage am Ufer des Arabischen Golfs. Luftaufnahme.

Um diese hohen Kosten zu bewältigen, werden weltweit Methoden zur Nutzung von Sonnen- und Windenergie entwickelt, die aber noch nicht effizient genug sind, weshalb Länder wie Japan oder Kasachstan nach wie vor auf Kernenergie setzen.

 

Landwirtschaft und Wirtschaft in Peru

Die Wasserknappheit beeinflusst die öffentliche Gesundheit, die Industrie, die Viehzucht, die Landwirtschaft und die Wirtschaft im Allgemeinen. In diesem Artikel befassen wir uns mit den Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Wirtschaft und konzentrieren uns vor allem auf Kaffee, Kakao, Avocados und Blaubeeren. Alles Produkte, die in Peru und in anderen Ländern angebaut werden und große Mengen Wasser benötigen.

Für eine bessere Analyse des Anbaus dieser Produkte sind nachfolgend die für ihre Produktion benötigten Wassermengen, die wichtigsten Erzeugerländer sowie die Hauptziele der peruanischen Exporte und das Einkommen, das sie für Peru darstellen, detailliert beschreiben.

Liter Wasser, die pro Kilo Produktion benötigt werden

Produkt

Menge

Liter Wasser

Kakao

1 Kilo

27.000

Kaffee

1 Kilo

21.000

Avocado

1 Kilo

600 – 700

Heidelbeeren

1 Kilo

120 – 280

Dank verbesserter Bewässerungstechniken und umfassender Wachstumskontrollen war es in den letzten Jahren möglich, den Wasserverbrauch für den Anbau von Avocado auf 300 – 400 Liter pro Kilo zu reduzieren.

 

Kakaoanbau

Hauptproduzenten: Elfenbeinküste, Ghana, Ecuador, Kamerun, Nigeria, Indonesien, Brasilien, Peru, Dominikanische Republik und Kolumbien.

Hauptexporteure und -Importeure

Exporteure

Importeure

Elfenbeinküste Niederlande
GhanaDeutschland
Ecuador Malaysia
Kamerun Vereinigte Staaten von Amerika
Belgien Belgien
Niederlande Indonesien
Malaysia Frankreich
PeruTürkei
Dominikanische Republik Vereinigtes Königreich
Sierra LeoneSpanien

 Belgien und die Niederlande produzieren selbst keinen Kakao, ihre Exporte sind sogenannte Re-Exporte (sie importieren, um zu exportieren). Peru exportiert Kakao hauptsächlich in die Niederlande, nach Indonesien, in die Vereinigten Staaten von Amerika, nach Deutschland, Malaysia, Belgien, Italien, Mexiko, Spanien, England, Australien und Kanada. Kakaoexporte generieren für Peru ein jährliches Einkommen von ungefähr 266 Millionen Dollar pro Jahr.

 

Kaffeeanbau

Hauptproduzenten: Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Honduras, Äthiopien, Indien, Uganda, Peru, Guatemala und Mexiko. Aufgrund von Klimaproblemen musste Brasilien seine Produktion um 15 % reduzieren.

Die Hauptexporteure sind Brasilien, Vietnam und Kolumbien und die größten Importeure sind die Länder der Europäischen Union und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Die wichtigsten Bestimmungsländer, in die Peru Kaffee exportiert, sind Deutschland, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kolumbien, Belgien, Südkorea und Schweden. Dies generiert für Peru ein ungefähres Einkommen von 1.200 Millionen Dollar pro Jahr.

Bei der Produktion und dem Export von Bio-Kakao und Bio-Kaffee liegt Peru weltweit an zweiter Stelle.

 

Avocado-Anbau

Die Hauptproduzenten sind: Mexiko, die Dominikanische Republik, Peru, Indonesien, Kolumbien, Brasilien, Kenia, die Vereinigten Staaten von Amerika, Venezuela und Israel.

Die Hauptexporteure sind Mexiko, die Niederlande (Reexport), Peru, Spanien, Chile, Kolumbien, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kenia, Frankreich, die Dominikanische Republik und Israel. Andererseits sind die Hauptimporteure die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Japan, Spanien, die Niederlande, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Marokko, Argentinien und China.

Peru exportiert hauptsächlich in die Niederlande, in die Vereinigten Staaten von Amerika, nach Spanien, in das Vereinigte Königreich, nach Chile, China und Japan. Dies bringt dem Land ein Einkommen von 758 Millionen Dollar pro Jahr.

 

Heidelbeeranbau

Die Hauptproduzenten sind: USA, Kanada, Peru, Chile, Polen, Mexiko, Spanien, Portugal, Türkei und Deutschland. Auch Australien produziert Heidelbeeren, musste aufgrund von Klimaproblemen seine Produktion aber ebenfalls um 10 % reduzieren.

Die wichtigsten Exporteure und Importeure sind:

Exporteure

Importeure

PeruVereinigte Staaten von Amerika
ChileNiederlande
Spanien Deutschland
Niederlande Vereinigtes Königreich
MarokkoKanada
Vereinigte Staaten Spanien
Mexiko Polen
KanadaÖsterreich
PolenBelgien
Südafrika Norwegen

Peru exportiert hauptsächlich Heidelbeeren in die Vereinigten Staaten von Amerika, die Niederlande, China, das Vereinigte Königreich, Kanada, Spanien, Hongkong, Irland, Taiwan und Deutschland. Im letzten Jahr hat es Einnahmen in Höhe von 1.277 Millionen Dollar erwirtschaftet.

 

Analyse und Schlussfolgerungen

Peru hat in den letzten Jahren massiv in den Anbau von Blaubeeren investiert und ist heute einer der weltweit wichtigsten Exporteure. Obwohl der Wasserbedarf für die Produktion weniger ist als jener für Kakao oder Kaffee, hätte eine Reduktion der Produktion aufgrund der Wasserknappheit negative Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes.

Schon immer kontrovers war der Anbau von Avocado, der Aufgrund des enormen Wasserbedarfs als nicht nachhaltig eingestuft wurde. Mancherorts in Chile wurden für 1 Kilo Avocado bis zu 2.000 Liter Wasser benötigt. Glücklicherweise konnte der Wasserverbrauch dank neuer Bewässerungstechniken um 50 % reduziert werden.

Problematisch ist der hohe Wasserbedarf der Kakao- und Kaffeepflanzen. Derzeit verfügt Peru noch über natürliche Wasserquellen, doch die Wasserknappheit ist nicht nur auf die Auswirkungen des Klimawandels zurückzuführen, sondern auch auf die Verschmutzung von Flüssen und Seen durch schlechtes Management von Giftmüll aus Bergbau und Industrie. Eine Verringerung der Produktion von Kakao und Kaffee hätte gravierende wirtschaftliche Folgen und würde sich negativ auf das nationale BIP auswirken.

Wissenschaftler und Experten auf diesem Gebiet kommen zu dem Schluss, dass das größte Problem der Wasserknappheit tatsächlich nicht der Klimawandel ist, sondern ein schlechtes Wassermanagement und seine wahllose Nutzung. Die richtige Bewirtschaftung und bewährte Praktiken bei der Nutzung von Wasser sind derzeit die größten Herausforderungen, denen sich Menschen auf der ganzen Welt gegenübersehen.

 

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

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Warmichic: Geschichten erzählt durch Kunst 

Warmichic: Geschichten erzählt durch Kunst

Jedes Kleidungsstück von Warmichic spiegelt die Kunst wider. Die Gründerin des Unternehmens Carla Quispe war Studentin an der Hochschule für bildende Künste in Lima, als sie ihren Großvater im Dorf Huancayo (Hauptstadt der Region Junin) besuchte. Während ihrem Aufenthalt wurde ein traditionelles Fest gefeiert, das ihr als Inspirationsquelle für eine grandiose Geschätsidee diente. 

Qarla fiel beim Anblick der bunten Trachten nämlich auf, dass sie alle wunderschöne Blumenmuster hatten. Sie war fasziniert von diesen Motiven und wollte mehr darüber wissen, warum gerade Blumen die Trachten schmückten und bemerkte, dass diese Blumenmuster eine Geschichte erzählen. Sie realisierte, dass Frauen in der Hauptstadt Lima normalerweise keine Polleras (typische Röcke aus den Andenregionen) tragen und kam auf die Idee, Polleras für Frauen in Lima und für alle Frauen im Land zu kreieren. Denn diese traditionellen Motive, die sowohl eine persönliche als auch eine kulturelle Geschichte erzählen können, sind etwas, auf das jede Peruanerin stolz sein kann. So entstand aufgrund des traditionellen Festes die Geschäftsidee für Polleras, die die Wurzeln Perus symbolisieren.

Designerin: Qarla Quispe

Qarla erzählte uns im Gespräch, dass der Anfang ihres Business mit vielen Schwierigkeiten verbunden war, da sie nicht über das nötige Budget verfügte. Außerdem bekam sie immer wieder zu hören, dass Künstler nicht zur Geschäftswelt gehören und normalerweise kein Geld mit ihrem Vorhaben verdienen. Aber sie gab ihre Träume nicht auf und fuhr mit ihren Kreationen fort. Sie war überzeugt, dass sie sowohl Künstlerin als auch Geschäftsfrau sein konnte. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie als Grafikdesignerin in namhaften Unternehmen und widmete sich in ihrer Freizeit ihrem persönlichen Projekt.

Während sie Polleras entwarf und arbeitete, merkte sie, dass sie ihren Kreationen immer mehr Zeit widmete, und so beschloss sie, alles aufzugeben, um sich ganz ihrem Traum zu widmen. Zunächst verkaufte sie ihre Entwürfe nur an ihre Freunde. Doch nach und nach erhielt sie weitere Aufträge, erst von Kundinnen aus Peru und schließlich aus den USA. Das erste Kleidungsstück, das ins Ausland verkauft wurde, ging an ein Mädchen in den USA.

 

Hier sind die Produkte von Warmichi erhältlich

Warmichic hat ein Geschäft in Breña, Jr. Recuay 482, Cercado de Lima. Außerdem können die Designs im Online-Shop auf der Webseite bestellt werden, und auch auf Facebook und Instagram findet man das Kleiderlabel.

 

Design-Linien:

Neben Röcken entwirft Qarla auch Kleider, Mäntel, Accessoires, Dekorationsartikel und eine eigene Linie für Mädchen.

In all ihren Entwürfen spiegeln sich die Kunst der alten peruanischen Kulturen, kollektive Zeichnungen und persönliche Geschichten ihrer Kunden wider. Eine der Designlinien wurde von den Symbolen und Ikonen der Nazca-Kultur inspiriert. Eine weitere wichtige Designlinie sind die Hochzeitskleider, die im Voraus bestellt werden müssen, um alles, was die Kundin ihren Gästen zeigen möchte, wie z.B. die Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Bräutigam, im Detail festzuhalten.

Jede dieser Geschichten, die Qarla hört und in Kunst auf Kleidungsstücken umsetzt, erfüllt sie mit Stolz und Genugtuung, weil sie weiß, dass sie das Ziel erreicht hat, das sie sich mit der Gründung von Warmichic gesetzt hat.

Seit 2010 hat Warmichic immer mehr Kundinnen in Peru und auf der ganzen Welt und exportiert nun in viele Länder, vor allem in die Vereinigten Staaten, aber auch nach Italien, Spanien und in Länder, von denen Qarla nie gedacht hätte, dass ihre Designs sie erreichen könnten, wie Deutschland. Wir von Ehrsam Peru-Consult sind stolz darauf, Warmichic zu unseren Kunden zählen zu dürfen und freuen uns sehr, dass Qarla auf unser Wissen und unsere Erfahrung vertraut, um im deutschen Markt Fuß zu fassen. Wir sind überzeugt, dass sie auch hier sehr erfolgreich sein wird.

Schau dir nun das Video unseres Interviews mit Qarla an, das wir mit ihr in Lima geführt haben. Darin erzählt sie uns, wie es zu Warmichic kam und was ihre Herausforderungen und Erfolge waren und worauf sie besonders stolz ist. Das Gespräch ist auf Spanisch

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

 

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Deutsches Lieferkettenrecht: Ziele und Geltungsbereich

Deutsches Lieferkettenrecht: Ziele und Geltungsbereich

Hintergrund:

Durch die Globalisierung wurden viele Produktionsschritte in weit entfernte Länder verlagert. Dies bildet die Existenzgrundlage von mehr als 450 Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

Deutschland ist intensiv in internationale Lieferketten eingebunden. Allein im Jahr 2018 machten die rund 320.000 deutschen Export-Unternehmen einen Umsatz von 1,32 Billionen Euro. Mehr als 775.000 deutsche Unternehmen sind mit einem Umsatz von 1,09 Billionen Euro im internationalen Handel durch Importe tätig.

Viele der in Deutschland verwendeten Produkte und Rohstoffe stammen aus Entwicklungsländern. In der folgenden Tabelle ist ersichtlich, wie abhängig die verschiedenen Branchenindustrien in Deutschland von Vorleistungen aus dem Ausland sind.

Industrie

%

Textil

63

Elektronik

45

Chemie und Pharma

39

Lebensmittel

37

Automobil

29

Maschinenbau

28

Die unbequeme Wahrheit: Die Herstellung dieser Produkte und der Abbau von Rohstoffen schaffen zwar Arbeitsplätze in Entwicklungsländern und bilden die Lebensgrundlage vieler Familien. Doch die Arbeitsbedingungen sind leider oft unwürdig und die Umweltbelastung ist übermäßig hoch. Besonders inakzeptable sind die Hungerslöhne und die ausbeuterische Kinderarbeit.

Aufgrund dieser unglücklichen Realität verabschiedeten die Vereinten Nationen im Juni 2011 die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Ihr Ziel ist, „die Standards und Verfahrensweisen in Bezug auf Unternehmen und die Menschenrechte so zu verbessern, dass greifbare Ergebnisse für betroffene Personen und lokale Gemeinwesen erzielt werden und somit auch zu einer sozial nachhaltigen Globalisierung beitragen“.

Freiwilliges Engagement: Zur Umsetzung dieser Prinzipien wurde ein freiwilliges Engagement eingeführt. Um dieses Engagement besser kontrollieren zu können, wurde im Dezember 2016 der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte  (NAP)1 inklusive Überprüfungsmechanismus verabschiedet. Das Ergebnis: Zu wenige Unternehmen erfüllen ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht.

Bei der ersten Befragung 2019 haben nur 400 von 3.000 angeschriebenen Unternehmen den Fragebogen ausgefüllt, und nur 20 % dieser Unternehmen erfüllten die Anforderungen des NAP. An der zweiten Umfrage nahmen 450 von 2.250 kontaktierten Unternehmen teil und nur 17 % von ihnen hielten sich an die Vorgaben der NAP.

Nach diesen Ergebnissen kamen die Regierungsbehörden zu dem Schluss, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreicht, sondern dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um wirksam zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen beizutragen.

Entwurf für ein Lieferkettengesetz (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz)

Im Februar 2021 hat sich das Deutsche Bundesentwicklungsministerium gemeinsam mit dem Deutschen Bundesarbeitsministerium und dem Deutschen Bundeswirtschaftsministerium auf den Entwurf für ein Lieferkettengesetz geeinigt. Das Deutsche Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 3. März auf den Weg gebracht. Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz am 11. Juni 2021 beschlossen. Am 25. Juni 2021 hat der Deutsche Bundesrat das Gesetz gebilligt.

Vor diesem Hintergrund dient das Gesetz dem Schutz grundlegender Menschenrechte in den Lieferketten von Unternehmen und insbesondere der Durchsetzung des Verbots von Kinder- und Zwangsarbeit. Ebenso sind Umweltbelange relevant, wenn sie zu Menschenrechtsverletzungen führen oder dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen. Zum Beispiel mit giftigen Abfällen kontaminiertes Wasser aufgrund von Mineralgewinnung, Kontamination von Ackerland durch unregulierten Einsatz von Pestiziden usw.

Für wen gilt das Gesetz?

Dieses Gesetz muss von folgenden Unternehmen eingehalten werden:

  • Ab 2023 von Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – das betrifft rund 900 Unternehmen in Deutschland.
  • Ab 2024 von Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – das betrifft rund 4.800 Unternehmen in Deutschland.
  • Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen in Deutschland sind vom Lieferkettengesetz ebenfalls betroffen, sofern das Unternehmen mehr als 3.000 Mitarbeitende (ab 2023) beziehungsweise 1.000 Mitarbeitende (ab 2024) in Deutschland beschäftigt.
Welche Bereiche sind davon betroffen?
  • Eigener Geschäftsbereich,
  • Unmittelbarer Zulieferer,
  • Mittelbarer Zulieferer.

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ist ein wichtiger Impuls für europaweit verbindliche Regelungen zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht. Ein von der EU-Kommission vorgelegter Entwurf für diese Regelungen wird derzeit diskutiert.

Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt muss die EU bei fairen Lieferketten vorangehen und Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltschäden in ihren Lieferketten beenden.

Wie wird das Gesetz durchgesetzt?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellt die wirksame Rechtsanwendung sicher. Dazu wird ein vereinfachter Meldeprozess implementiert, auf dessen Grundlage die Unternehmenskontrolle sichergestellt wird.

Bei Verstößen gegen das Gesetz sind Bußgelder möglich.

Unternehmen, die schwerwiegende Verstöße begehen, können für bis zu drei Jahre von der öffentlichen Beschaffung ausgeschlossen werden.

Verpflichtungen des Unternehmens
  • Unternehmen müssen sowohl im eigenen Geschäftsbereich als auch beim unmittelbaren Zulieferer folgende Maßnahmen umsetzen:
  • Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte verabschieden.
  • Risikoanalyse: Verfahren zur Ermittlung nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte durchführen.
  • Risikomanagement (inkl. Präventions- und Abhilfemaßnahmen) zur Abwendung potenziell negativer Auswirkungen auf die Menschenrechte.
  • Beschwerdemechanismus
  • Transparent öffentlich berichten.
  • Im eigenen Geschäftsbereich müssen Unternehmen im Fall einer Verletzung im Inland unverzüglich Abhilfemaßnahmen ergreifen, die zwingend zur Beendigung der Verletzung führen.
  • Beim unmittelbaren Zulieferer muss das Unternehmen einen konkreten Plan zur Minimierung und Vermeidung erstellen, wenn es die Verletzung nicht in absehbarer Zeit beenden kann.
  • Die Sorgfaltspflichten der Unternehmen erstrecken sich grundsätzlich auf die gesamte Lieferkette – vom Rohstoff bis zum fertigen Verkaufsprodukt.
  • Die Anforderungen an die Unternehmen sind dabei abgestuft, insbesondere nach dem Einflussvermögen auf den Verursacher der Menschenrechtsverletzung sowie nach den unterschiedlichen Stufen in der Lieferkette.
  • Bei klaren Hinweisen auf Verstöße müssen Unternehmen tätig werden.
  • Bei einem indirekten Zulieferer gelten die Sorgfaltspflichten nur anlassbezogen und nur, wenn das Unternehmen Kenntnis von einem möglichen Verstoß erlangt.
  • In dem Fall hat das Unternehmen unverzüglich:
  • Eine Risikoanalyse durchzuführen.
  • Ein Konzept zur Minimierung und Vermeidung umsetzen.

Angemessene Präventionsmaßnahmen gegenüber dem Verursacher zu verankern. Die Umsetzung von Brancheninitiativen ist hierbei eine Möglichkeit.

Schlussfolgerungen:

Das Gesetz hat keineswegs den Anspruch, deutsche Sozialstandards weltweit durchzusetzen. Ihr konkretes Ziel ist die Einhaltung grundlegender Menschenrechtsnormen wie das Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit.

Ebenso ist es nicht beabsichtigt, Geschäftsbeziehungen zu unterbrechen. Vielmehr geht es darum, Verbesserungen beim Menschenrechtsschutz im Rahmen der unternehmerischen Möglichkeiten in den Zulieferbetrieben dauerhaft zu verankern.

Dieses Gesetz wird zweifellos Bedenken bei Lieferanten hervorrufen, die meinen, bestimmte festgelegte Anforderungen nicht erfüllen zu können. Es wird empfohlen, mit anderen Lieferanten zusammenzuarbeiten und sich zu Verbänden zusammenzuschließen. Dies stellt eine wichtige Geschäftsstrategie dar, die viele Vorteile mit sich bringt, wie z. B. den Zugang zu Kontaktnetzen, die Mitsprache bei politischen Initiativen, den Zugang zu Schulungen in Verbesserungstechniken zu geringeren Kosten, die Verbesserung des Ansehens und das Vertrauen der Kunden.

Zusammenfassung:
  • Aufgrund der Globalisierung wurden viele Schritte industrieller Prozesse in andere Entwicklungsländer auf der ganzen Welt verlagert. Obwohl dies die Lebensgrundlage von mehr als 450 Millionen Menschen bedeutet, arbeiten viele von ihnen unter inakzeptablen Arbeits- und Umweltbedingungen, und es gibt sogar Ausbeutung von Kindern.
  • Aufgrund dieser Tatsachen hat die Organisation der Vereinten Nationen die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet, deren Ziel es ist, die Standards und Verfahrensweisen in Bezug auf Unternehmen und Menschenrechte zu verbessern. Zur Umsetzung wurde eine Selbstverpflichtung der Unternehmen etabliert.
  • Nach einer ersten Überprüfung wurde jedoch dokumentieren, dass nur sehr wenige Unternehmen diese Grundsätze einhalten, und kamen zu dem Schluss, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung nicht ausreicht.
  • So entstand die Idee des deutschen Lieferkettengesetzes, dessen Hauptziel es ist, grundlegende Menschenrechte in den Lieferketten von Unternehmen zu schützen und insbesondere das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit durchzusetzen.
  • Am 3. März 2021 wurde ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der am 11. Juni 2011 vom Deutschen Bundestag und am 25. desselben Monats vom Deutschen Bundesrat gebilligt wurde.
  • Das Gesetz tritt ab 2023 in Kraft und wird grundsätzlich auf Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten angewendet, ab 2024 auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Das Gesetz gilt auch für ausländische Unternehmen, die Niederlassungen in Deutschland und die gleiche Anzahl von Mitarbeitern haben.
  • Derzeit wird ein von der EU-Kommission vorgelegter Entwurf für europaweit verbindliche Regelungen zur betrieblichen Fürsorgepflicht diskutiert.
  • Diese Maßnahmen sollen die Geschäftsbeziehungen nicht beeinträchtigen. Ihr Hauptziel ist es, Verbesserungen beim Schutz der Menschenrechte dauerhaft im Bereich der Geschäftsmöglichkeiten von Zulieferunternehmen zu verankern.

1Peru hat auch einen Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte 2021-2025.

Geschrieben von Mónica Valcárcel

Quelle: https://www.bmz.de/de/entwicklungspolitik/lieferkettengesetz

 

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Allpa: Qualität, die von Herzen kommt

Allpa: Qualität, die von Herzen kommt

1986 schloss sich in Peru eine Gruppe junger Berufsleute zusammen, die alle den Wunsch hatten, peruanische Handwerksprodukte besser bekannt und einem internationalen Markt zugänglich zu machen. Aus dieser Vision entstand das Unternehmen Allpa, dass auf den Vertrieb von Dekorationsartikel wie Keramik und Spiegel aus Chulucanas, Kleidung aus Baumwolle, Wolle und Alpaka sowie Schmuck aus Gold, Silber und Bronze spezialisiert ist.

Allpa hat sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben und achtet darauf, dass die handwerklichen Erzeugnisse unter fairen Lohnbedingungen und angemessenen Arbeitsbedingungen hergestellt werden und dass sie hohen Qualitäts- und Funktionsstandards entsprechen. Der hohe Qualitätsanspruch kommt nicht nur den Kunden zugute, sondern auch den Herstellern. Viele von ihnen haben in kleinen Werkstätten angefangen und konnten im Laufe der Zeit aus dem Familienbetrieb ein echtes Unternehmen erschaffen, weil sich ihre erstklassige qualitative Arbeit gut verkauft. Mit diesem sozialen Ansatz unterstützt Allpa das Wachstum der Produzenten langfristig, trägt zur Entwicklung neuer Produkte bei und hilft, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Allpa arbeitet jedoch nicht nur mit externen Herstellern zusammen, sondern verfügt auch über eigene Produktionsstätten, die gleich zwei Ziele erfüllen: Einerseits stellen Handwerker exklusive Produkte her und andererseits werden Handwerker ausgebildet und später eingestellt, um so den Fortschritt peruanischer Familien zu fördern.

Allpa will sich vermehrt auf den Export seiner Kunsthandwerkprodukte fokussieren, wobei Europa und insbesondere Deutschland die wichtigsten Zielmärkte sind. Aus diesem Grund kam es zur Zusammenarbeit zwischen dem peruanischen Unternehmen und Ehrsam Peru-Consult, und wir freuen uns sehr, Allpa zu unseren Kunden zählen zu dürfen. Damit Allpa ihren angestrebten Export nach Deutschland erfolgreich umsetzen konnte, hat das Unternehmen unser Programm “How to enter the German market” absolviert. Und nach 12 Monaten intensiver Arbeit hat Allpa ihr Ziel erreicht. Besuche die Website von Allpa und überzeuge dich von den außergewöhnlichen Produkten und den inspirierenden Geschichten der verschiedenen peruanischen Kunsthandwerker.

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

 

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Online Shop Teil 1 – 7 Schritte für den Aufbau deines Online-Shops für Produkte aus Peru

7 Schritte für den Aufbau deines Online-Shops in Deutschland für Produkte aus Peru

So kannst du vorgehen um deinen eigenen Shop im Online-Handel für Produkte aus Peru zu starten. Dadurch kannst Alpaka-Schals, Superfoods oder Schmuck wunderbar verkaufen.

Grundsätzlich: Je mehr fremde Arbeit einbezogen wird, umso teuer wird dein Shop. Große Firmen investieren für den Aufbau eines Online-Shops in Deutschlands ungefähr 50.000 Euro. Wenn du Eigenleistung einbringst, Freunde hast die dich unterstützen und du dich Standardisierungen wie worpress und WooCommerce bedienst, dann kannst du mit unter 1.000 Euro starten.

Option 1 – für große Firmen

KostenpunktAktivitätGeschätzte Kosten
1Intensiv-Workshop mit E-Commerce-Berater für ein Wochenende5.000 €
2Shop-Software im Falle von Enterprise-Versionen mit SupportBis zu 20.000 €
3Design-Anpassungen100 € / Arbeitsstunde
4Software für Warenwirtschaft und Versand- handelBis zu 25.000 €
5Produktlager und Lagerausstattung5000 €
6Fotograf und Texter700 € / Tag
7Rechtsberatung2.500 bis 5.000 €

Option 2 – für Gründer die als Selbstständige starten wollen

KostenpunktAktivitätGeschätzte Kosten
1Eigene Recherchen im Internet0
2Open Source Shop-Software wie WooCommerce (plug-in bei wordpress)0
3Design-Anpassungen durch Freelancer in Peru200 €
4Software für Warenwirtschaft und Versandhandel wie JTL und pixi Einsteigerversion100 €
5Produktlager und Lagerausstattung bei dir zu Hause0
6Fotograf und Texter durch Freelancer oder Freunde300 €
7Rechtsberatung Standardtexte oder online Rechtsberatung inklusive Cookies300 €

Nützliche Links

Zu Schritt 2 Open Source Shop Software: https://woocommerce.com/

Zu Schritt 4 Warenwirtschaft: https://www.jtl-software.de/warenwirtschaft

Zu Schritt 7 Rechtsberatung: https://www.e-recht24.de/internes/seiten/8262-download-checkliste-abmahnung-onlineshop.html

Auf ein Wort zu WooCommerce und WordPress

WooCommerce wird als die weltweit populärste Lösung angesehen, um ein Online-Commerce zu organisieren. Hintergrund ist, dass WordPress selbst die meist eingesetzte Software für  Internetseiten ist (als ContentManagementSystem). Für die EU bzw. deutschen Marktvorgabe bietet sich “WooCommerce Germanized” an. Auch insbesondere in Verbindung mit Versandabwicklung, Lagerhaltung und Prozessoptimierung und das Ganze im Zusammenspiel mit zum Beispiel JTL.

Die Internetseite auf der du gerade bist wurde auch mit WordPress erstellt. Natürlich nicht von mir, sondern von jemanden der das schneller und besser kann als ich.

Dazu eine Anekdote: Nachdem ich mir ca 40 Stunden Videos in Youtube zu WordPress ansah, entschied ich mir einen Freelancer zu suchen, der die Seiten erstellt. Die 40 Stunden hätte ich etwas anderes machen können wie Zeit mit meiner Familie zu verbringen oder ein Buch übr 40 Seiten zu schreiben. Die Pflege, also neue Blogs zu erstellen oder Seiten einzurichten, das übeernehme ich. Sowohl die einfache Nutzung von WordPress als auch das Plug-In WooCommerce kann kostenfrei geschehen.


Hast du Fragen? Willst du mehr wissen, wie auch du dein eigenes Business in Deutschland aufbaust?

Dann schreibe mir an holger.ehrsam@peruconsult.de.

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Die Kulturkarte (Culture Map) – die 8 Dimensionen in Peru

Eduardo arbeitet in Deutschland in einem großen inhabergeführten Maschinenbaubetrieb und ist eine angesehene, zielstrebige und erfolgreiche Führungskraft. Er genießt bei seinem Team und bei der Geschäftsleitung höchstes Vertrauen. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen und deutsch-peruanischer Herkunft wurde Eduardo gebeten für 3-4 Jahre nach Peru zu gehen. Er soll in seiner Heimat das Vertriebs- und Servicebüro übernehmen und das vorhandene Team auf Vordermann bringen um ähnliche Ergebnisse wie in Deutschland zu erzielen.

Eduardo freut sich sehr endlich wieder dauerhat in seiner geliebten Heimat zu sein. „Ein Leichtes“, meint er und macht sich auf den Weg nach Lima. Er lebt zwar seit seinem Studium in Deutschland und nicht mehr in Peru, aber er verfolgt die Entwicklung in Peru täglich. Er ist auch laufend in engem Kontakt mit den Kollegen in Lima und einmal im Jahr über Weihnachten zu Besuch in Peru.


Fünf Monate nach der Übernahme seiner neuen Aufgabe in Lima will es mit dem neuen Teams nicht so richtig funktionieren. Die Ergebnisse im Verkauf sind unter den Erwartungen, die Motivation im Team wird täglich schlechter und Eduardo ist verzweifelt. Was macht er bloß falsch?

Kultur ist hochkomplex und Eduardo hat sich in den Jahren in Deutschland verändert und verhält sich aus Sicht seiner Kollegen “raro”.


Um Führungskräfte wie Eduardo in ihrer Arbeit zu unterstützen, setze ich im Rahmen von Workshops und Coachings (für Peruaner in Deutschland und für Deutsche in Peru und wie im Fall von Eduardo, von Peruanern  die in Deutschland waren und zurückkehren), die “Kulturkarte” (Culture Map) von Erin Meyer ein (Meyer, Erin (2016): The Culture Map: Decoding How People Think, Lead, and Get Things Done Across Cultures, New York, PublicAffairs.)


Die Kulturkarte

(Deutschland: durchgezogene Linie; Peru: gestrichelte Linie)

 


Die 8 Dimensionen

Die Kulturkarte stellt acht Dimensionen gegenüber. Diese sind, Kommunikation Low-Kontext und High-Kontext, Bewertung von Ergebnissen durch Kritik (Feedback), Überzeugungen (Werte und Glaubenssätze), Führung aus Sicht der Hierarchie (Machtdistanz), Treffen von Entscheidungen, Vertrauen (auf Beziehungen oder Fachwissen gründend), Äußerung von Meinungen (Umgang mit Unstimmigkeiten) und die Planung (Aufgaben werden nacheinander oder gleichzeitig erledigt).

Peruanische und die deutsche Kultur sind sehr unterschiedlich und es gibt hier viel zu tun. Interessant ist, würde man Peru mit China vergleichen, gäbe es hier kaum Unterschiede. In der Tat scheint die chinesische und peruanische Kultur sich bei den 8 Dimensionen sehr ähnlich zu sein.

Wichtig ist zu bemerken, dass die Ergebnisse auf Länderebene oder auf Regionen basieren. Eine einzelne Person kann dennoch eine andere Sichtweise haben, anders denken und fühlen, obwohl die Gesellschaft insgesamt anders erlebt wird.


Die Maßnahmen

Die Herausforderungen der Organisationen liegen im Erkennen und im Interpretieren von kulturspezifischen Unterschieden und die Reaktion darauf.

Es reicht nicht aus in einer anderen Kultur zu leben, um diese zu verstehen. Verstehen bedeutet nicht alle Unterschiede zu erkennen und diese zu respektieren und diese schließlich auszusöhnen.

Die Reaktion darauf ist Manager, Führungskräfte und Mitarbeiter das „Erkennen“ zu ermöglichen, um den Prozess des „Respektierens“ und der „Aussöhnung“ anzustoßen. Dies kann erfolgen durch eine Kombination aus Eigenstudium (beispielsweise durch das Überlassen von Büchern), durch Trainings (zur Vermittlung von Hintergrundwissen), durch Workshops (beispielsweise länderübergreifend die online durchgeführt werden, um das Wissen anzuwenden), durch ein Buddy-Konzept (beispielsweise sucht sich jeder Mitarbeiter einen Ansprechpartner aus einer anderen Kultur für den bilateralen Austausch), durch die Gründung einer internen Community zum Thema Interkulturalität im Unternehmen oder durch Coffee Breaks (das Treffen auf einen Kaffee kann in der Cafeteria, in der Etagenküche oder virtuell mit beispielsweise von zwei bis vier Teilnehmern aus verschiedenen Ländern durchgeführt werden).


Die eine Idee

Die eine Idee, die mich beeindruckte und ich anders als davor sehe, ist die Art und Weise wie Entscheidungen getroffen werden. Bisher hatte ich das mit der Kulturdimension der Power Distance von Geert Hofstede verbunden. Der Einfluss der Konsensbereitschaft auf Entscheidungen, also je höher der Wert „Konsens“ in einer Kultur ist, desto mehr Personen werden in den Entscheidungsprozess eingebunden, hatte ich bisher nicht betrachtet. So wird in Deutschland bei der Entscheidungsfindung viel diskutiert, während in Peru häufig das Netzwerk von Bekannten aktiviert wird um deren Meinung zu höhren, und dann wird die Entscheidung im Team kommuniziert.


Noch ein Wort

Noch ein Wort zum Buch. Erin Meier ist US-Amerikanerin. Sie verbrachte Zeit in Afrika, lebt jetzt in Paris und ist mit einem Franzosen verheiratet. Nach Stationen in verschiedenen Beratungsfirmen kam sie durch ihre Arbeit als Dozentin bei INSEAD, einer renommierten internationalen Wirtschaftsschule in Paris, in Kontakt mit zahlreichen Experten auf dem Gebiet der Interkulturalität. Erin Meyer erhielt zahlreiche Auszeichnungen unter anderem wurde sie mehrmals zu einer der weltweit wichtigsten Businessdenkerin gewählt.

Erin Meyer hat ihre Erfahrungen aus den Gesprächen und Kontakten mit anderen Kulturen zusammengefasst. Es sind nicht alle Länder untersucht worden und ob die empirische Erhebung einen validen Datensatz darstellt, ist zu hinterfragen.

Noch ein Wort zu Eduardo: Mit Eduardo und seinem Team führte ich Workshops durch und er selbst wurde von mir 12 Monate lang gecoacht. Die Ergebnisse in der Firma stellten sich sehr schnell ein. Noch heute stehe ich mit Eduardo in einem engen regelmäßigen Austausch.

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Diese 5 Fehler solltest du als peruanischer Gründer/Selbstständiger in Deutschland unbedingt vermeiden

Die wichtigsten Fakten:
-Newsletter braucht Double Opt-In
-Online-Handel mit Bioprodukten braucht Bio-Zertifizierung
-Online-Handel mit Lebensmitteln (auch Superfoods/Kaffee) braucht ein Hygienekonzept
-Registrierung der eigenen Marke
-Bei Bilddatenbanken die Lizenzbedingungen prüfen

 

 

 

 

 

Diese 5 Fehler solltest du als peruanischer Gründer/Selbstständiger in Deutschland unbedingt vermeiden.

Es sind Fehler, auf die wir bei unserer Arbeit mit Peruanern im wieder stoßen und die aus Unwissenheit heraus passieren. Da gegen geltende Gesetze verstoßen wird, liegt früher oder später ein Abmahnungsbrief eines Anwalts im Briefkasten. Das bedeutet nicht nur unnötige Arbeit, sondern kann auch ins Geld gehen.


Fehler Nr. 1 – Beim Newsletter fehlt das Double Opt-In

Eine junge Bloggerin für Persönlichkeitsentwicklung in Peru aus Nordrhein-Westfalen bietet einen Newsletter auf ihrer Homepage an. Dort habe ich mich angemeldet und erhielt prompt die Begrüßungsmail. Was fehlte war eine Mail mit einem Link zur Bestätigung der Anmeldung und damit ein Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung.

Der Fehler liegt in der Online-Anmeldung zum Newsletter. Dies muss zwingend ein Double Opt-In sein. Das Problem liegt also im Anmeldeverfahren für werbliche Kontaktaufnahmen. Das heißt, die Anmeldung erfolgt auf deiner homepage (Erstes Opt-In) und danach erhält der Eintragende eine gesonderte Mail die einen Link erhält und der vom Nutzer bestätigt werden muss (Zweites Opt-In = Double-Opt-In). Fehlt dieser zweite Schritt, dann würde gegen Rechtsprechung verstoßen.

Double Opt-In Anmeldelink in einer Mail

Der Newsletter ist ein ganz wichtiges Instrument im Mobile Marketing, denn du hast die Erlaubnis Kontakte anzuschreiben und Nachrichten von dir kommen bei ihnen auch an. Anders als in den sozialen Medien. Dort entscheidet ein Algorithmus, wem dein Post gezeigt wird. Bei einem Newsletter hast du die absolute Inhalts-, Gestaltungs- und Datenhoheit.

Nützliche Links:

Bundesministerium: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Digitale-Welt/europaeische-datenschutzgrundverordnung.html

IHK Frankfurt: https://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/uebersicht-alle-rechtsthemen/datenschutzrecht/anwendungsbereich-der-europaeischen-datenschutzgrundverordnung-5192890


Fehler Nr. 2 – Verkauf von Bio-Produkten aus Peru im eigenen Online-Shop ohne Bio-Zertifizierung

Eine Peruanerin die in Hannover lebt kaufte Maca in Bio-Qualität bei einem deutschen Großhändler in Hamburg ein und verkaufte es an ihre Kunden. Sie selbst hat sich nicht “Bio”- zertifizieren lassen und verstieß damit gegen die Verordnung der Europäischen Gemeinschaft.

Der Fehler den wir sehen, liegt in der fehlenden Bio-Zertifizierung als Online-Händler. So werden beispielsweise Maca, Quinoa oder Chia aus Peru in Bio-Qualität beworben oder verkauft, ohne dass der Online-Händler in Deutschland sich selbst hat zertifizieren lassen. Fehlt dies Zertifizierung, dann wird gegen das Gesetz verstoßen.

Beispiel für ein gutes Impressum:

Sunday Products: Bio-Zertifizierung durch DE-ÖKO-001

Jeder Unternehmer, der ökologische/biologische Erzeugnisse erzeugt, aufbereitet, lagert, aus einem Drittland einführt oder in Verkehr bringt (oder die vorgenannten Tätigkeiten an Dritte vergeben hat), unterliegt der Melde-und Kontrollpflicht nach Art. 28 der VO (EG) 834/07″ (Quelle: Händlerbund).

In Deutschland bieten zahlreiche Bio-Zertifizierungsstellen ihre Dienste an.

Nützliche Links:

Händlerbund: https://www.haendlerbund.de/de/ratgeber/branchen/3751-bioprodukte

Europäische Union: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex%3A32007R0834

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html


Fehler Nr. 3: Verkauf von Superfoods/Kaffee/Kakao im eigenen Online-shop ohne Hygienekonzept

Zwei junge Peruaner aus dem Rhein-Main-Neckar Gebiet importierten Kaffee aus Peru und lagerten diesen zu Hause. Ein Hygienekonzept für die Lagerung von Lebensmittel fehlte. Das war ein Verstoß gegen die Lebensmittelhygiene.

Das HACCP oder “Hazard Analysis Critical Control Point” gilt weltweit und umfasst “Betriebe, die gewerbsmäßig Lebensmittel herstellen, behandeln und in Verkehr bringen”. Seit dem 01.01.2006 gelten die EU-Verordnungen des so genannten “Lebensmittelhygienepaketes”. Sie sind in allen Mitgliedstaaten unmittelbar anzuwendendes Recht.

Lebensmittelhygiene ist ein ganz wichtiges Thema und bringt auch für einen Online-Shop Anforderungen. “In Verkehr bringen” bedeutet den Handel und das ist unabhängig davon, ob ein eigenes Lager existiert oder nicht. In Deutschland kann jeder mit Lebensmittel handeln. Er muss nur die Gesetze beachten. Die Überprüfung erfolgt durch Lebensmittelkontrolleure der zuständigen Behörde. Häufig ist es das Ordnungsamt. Die Kontrolleure kommen zum Sitz des Online-Shops und lassen sich das Dokument des Hygienekonzepts zeigen. Sie inspizieren die Lagerräume und gehen Schritt für Schritt die Warenannahme inklusive der Qualitätskontrolle durch.

Stadt Frankfurt am Main: Aufgabenbeschreibung Ordnungsamt

Nützliche Links:

IHK Potsdam: https://www.ihk-potsdam.de/ihk-service-und-beratung/brancheninfos2/handel/lebensmittelhygiene-2329890

SGS: https://www.sgsgroup.de/

IHK Stuttgart: https://www.stuttgart.ihk24.de/branchen/tourismus/gastronomie/regelungen/haccp-673556

Stadt Frankfurt am Main, Ordnungsamt: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/ordnungsamt/veterinaerwesen/ueber-uns


Fehler Nr. 4: keine Registrierung der eigenen Marke/Logos

Zwei junge Peruaner aus dem Rhein-Main-Neckar Gebiet entwickelten ein eigenes Logo und eine eigene Marke für Kaffee aus Peru. Diese Marke wurde weder in Peru noch in Deutschland rechtlich geschützt. Dadurch kann ein Dritter jederzeit die Marke für sich anmelden und die beiden jungen Peruaner dürfen diese nicht mehr verwenden. Die eigene Marke ist dadurch schutzlos.

Ob Superfoods, Schmuck oder Textilien, der Schutz der eigenen Marke ist wichtig. Das braucht es, damit der Name des Produktes oder der Firma abgesichert ist. Heute und für die Zukunft. Fehlt die Registrierung kann ein anderer die gleiche Marke und den gleichen Namen anmelden und erhält den 10-jährigen Markenschutz.

Du kannst eine Marke selbst eintragen oder einen Dienstleister es übernehmen lassen. Bei der Internetsuche nach Dienstleistern findest du zahlreiche Anwaltskanzleien, die dich dabei unterstützen.

Deutsches Patent- und Markenamt, München

Hilfreiche Links

IHK Frankfurt am Man

IHK München

Deutsches Marken- und Patentamt, München

Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, Sevilla


Fehler Nr. 5: Bilder aus dem Internet ohne Genehmigung

Eine peruanische Händlerin von Superfoods gründete in Berlin ihre eigene Firma. Für die Gestaltung der Webseite nutzte sie Bilder aus dem Internet, die nicht für den gewerblichen Gebrauch eingesetzt werden durften. Damit verstieß sie gegen das Urheberrecht.

Es hat sich herumgesprochen, dass du Bilder aus dem Internet nur mit Genehmigung des Rechteinhabers nutzen darfst.

Lizenzbedingungen www.canva.com

Wenn Datenbanken Bilder kostenlos zur Verfügung stellen, solltest du unbedingt die Lizenzbedingungen lesen und diese downloaden. Weniger kritisch ist die Verwendung von Bildern meist für die private Nutzen. Bei der gewerblichen Nutzung ist die Verwendung grundsätzlich immer strenger. Lies dir deshalb ganz genau die Lizenbedingungen und drucke sie dir aus. Hintergrund: Lizenzbedingungen können sich ändern und diese werden dann einfach im Internet hochgeladen, ohne das du davon erfährst.

 

Nützliche Links:

IHK Schwerin: https://www.ihkzuschwerin.de/servicemarken/presse/aktuelles-aus-medien-und-web/bildrechte-im-internet-4863902

IHK Niederbayern: https://www.ihk-niederbayern.de/beratung-service/recht/gewerbliche-schutzrechte/urheberrechte-im-internet-4393782

Bilddatenbank: https://www.pexels.com/de/freie-und-kostenlose-bilder-finden/

Bilddatenbank: https://www.canva.com/

Bilddatenbank: https://unsplash.com


Autor: Holger Ehrsam, Business Experte Peru, Gesellschafter von Ehrsam Peru-Consult GmbH

In eigener Sache: Wir stellen auf dieser Seite unsere eigenen Erfahrungen dar. Obwohl die Informationen gewissenhaft recherchiert wurden, ersetzt dieser Blogbericht keine anwaltliche Beratung. Ich empfehle dir sehr einen spezialisierten Anwalt deiner Wahl zu konsultieren. Darüber hinaus übernehme ich zudem keine Haftung für die zur Verfügung gestellten Informationen.

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Marke schützen – 10 Dinge die du wisssen musst für dein Peru Business in Deutschland

Die wichtigsten Fakten
– Eigene Ideen zum Namen und zum Logo vorab im Register recherchieren
– Wort-Bild Marke mit einer Agentur entwickeln
– Wort-Bild Marke selbst anmelden oder spezialisierten Anwalt beauftragen
– Nach 3-6 Monaten ist die Wort-Bild Marke eingetragen

Du hast eine Firma mit Logo und in Deutschland noch nicht registriert? Dann riskierst du das ein anderer deine Marke anmeldet und du nicht mehr mit dieser arbeiten darfst.

Ob Superfoods oder Textilien, die große Schwäche peruanischer Firmen und Firmen von Peruanern in Deutschland ist, dass ihre Marke einfach unbekannt ist und darüber hinaus noch ungeschützt. Die kleinen und großen Händler in Deutschland verkaufen Produkte aus Peru unter ihrer Marke. Sie kleben einen Sticker auf Verpackungen mit Panela, Maca, Quinua, Ingwer, Kaffee aus Peru oder lassen Etiketten in T-Shirts, Blusen, Hemden aus Peru nähen. So bleibt der peruanische Hersteller dem deutschen Konsumenten unbekannt.

Einige Firmen aus Peru und Firmen von Peruanern in Deutschland gehen einen anderen Weg. Sie haben bereits ihre Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt in München angemeldet.

Foto: Ansicht des Gebäudes in München mit Blick von der Boschbrücke


Peruanische Marken in Deutschland

Hier findest du Beispiele aus der Suchfunktion des Deutschen Patent- und Markenamts für in Deutschland und Europa eingetragene Marken. Darunter sind auch Kunden von Ehrsam Peru-Consult:


Perkeo für Lampen und Lampenteile wurde als erste (Wort-)Marke- unter der Registernummer 1 – ins Markenregister eingetragen


Warum ist es gut die eigene Marke in Deutschland zu schützen? Wie ist das Vorgehen? Was sollte beachtet werden?

10 Dinge die du wissen solltest für Deutschland

1. Eine Marke einzutragen ist nicht teuer. Es startet mit etwa 300 Euro für die Anmeldung.

2. Du kannst eine Marke selbst eintragen oder einen Dienstleister es übernehmen lassen. Bei der Internetsuche nach Dienstleistern findest du zahlreiche Anwaltskanzleien, die dich dabei unterstützen. Die Kosten variieren. Einige Beispiele sind www.fixmarke.de, www.markenservice.net, www.anwalt-kg.de, www.kanzlei.biz . Natürlich gibt es noch viele weitere Anbieter.

3. Eine Marke einzutragen ist sinnvoll. Nicht wer der Erste bei der Marke ist hat die Rechte, sondern wer die Marke als Erster eingetragen hat. Du schützt damit ein Recht. Ähnlich wie bei einem Grundstückskauf, dass im Grundbuch eingetragen wird.

4. Achte darauf, dass du keine anderen Marken verletzt.

5. Eine Marke ist mehr, als du vielleicht erahnst. Du kannst Wortmarken schützen oder Bildzeichen oder eine Wort-Bildmarke.

6. Eine Marke soll auch gepflegt werden. Es ist empfehlenswert das Markenregister regelmäßig zu überprüfen.

7. Es sind verschiedene Schritte bis zur Marke: Von der Eintragung zur Anmeldung.

8. Wie gehst du mit Markenrechtsverletzungen um. Du kannst Widerspruch einlegen oder mit einer Abmahnung vorgehen. Lass dich hier am besten beraten.

9. Die Eintragung der Marke dauert einige Monate (etwa 3-6 Monate) und deine Marke ist 10 Jahre geschützt. Das ist ähnlich wie in Peru bei INDECOPI: https://www.indecopi.gob.pe/tupa

10. Tipp: Auch wenn du die Marke selbst eingetragen kannst, ist die Einbindung eines Anwalts sehr empfehlenswert.


Die Schritte zur Anmeldung

1. Vor dem Design des Logos und des Namens unbedingt beim Deutsches Marken- und Patentamt, München recherchieren, um eine Markerechtsverletzung zu vermeiden.

2. Ausfüllen eines Antragsformulars. Das Formular ist auf der Seite des Deutsches Marken- und Patentamt, München erhältlich.

3. Aufführen aller Produkte und Dienstleistungen, die mit der Marke gekennzeichnet werden.

4. Ist alles formell in Ordnung und stehen keine Hindernisse für die Eintragung entgegen, erfolgt die Veröffentlichung der Eintragung.


Anmeldung in Europa

Mit der “Unionsmarke” sicherst du dir die Rechte für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Die Anmeldung  erfolgt beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Dieses hat seinen Sitz in Alicante in Spanien.

  • Die Anmeldung erfolgt bevorzugt Online. Hier geht es zum Link.
  • Im Unterschied zu Deutschland liegt die Grundgebühr über der Gebühr für eine Anmeldung in Deutschland und beinhaltet eine Klasse. Weitere Klassen können gegen ein Aufgeld dazugebucht werden.

Wie in Deutschland auch ist die Marke 10 Jahre geschützt und dieser Schutz kann immer verlängert werden.


Fazit

Der Schutz der eigenen Wort-Bild Marke ist der Schutz des geistigen Eigentums und lohnt sich. Die Anmeldung selbst ist zügig und geht fast selbsterklärend. Es ist wichtig vorab eine gewisse Recherche zu betreiben. Wer auf einer sichereren Seite sein möchte, der bindet einen spezialisierten Anwalt ein.


Hilfreiche Links

IHK Frankfurt am Man

IHK München

Deutsches Marken- und Patentamt, München

Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, Sevilla


Über den Autor: Holger Ehrsam ist Business Experte für Deutschland und Peru, Autor zahlreicher Bücher und TV-Experte. Er lebt in Lima und Frankfurt am Main.

In eigener Sache: Wir stellen auf dieser Seite unsere eigenen Erfahrungen dar, denn ich bin kein Jurist. Obwohl die Informationen gewissenhaft recherchiert wurden, ersetzt dieser Blogbericht keine anwaltliche Beratung. Ich empfehle dir sehr einen spezialisierten Anwalt deiner Wahl zu konsultieren. Darüber hinaus übernehme ich zudem keine Haftung für die zur Verfügung gestellten Informationen.

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Egg fruit, Canistel, Yellow Sapote (Pouteria campechiana (Kunth)

Lucuma: südamerikanische Superfrucht mit Businesspotenzial

Lucuma ist eine Frucht, die in den Andentälern von Peru, Ecuador, Bolivien und Chile heimisch ist. Sie gilt als “das Gold der Inkas” und wird heute in den peruanischen Haushalten häufig für die Zubereitung von Desserts und hausgemachtem Eis verwendet. Lucuma ist in Peru unter anderem in der Bäckerei-, Süßwaren- und Molkereiindustrie erhältlich.

Eine wahre Vitaminbombe

Lucuma ist ein wahrer Alleskönner und unglaublich gesundheitsfördernd. Nebst einem hohen Gehalt an Ballaststoffen, Niacin und Eisen enthält es auch Antioxidantien wie Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, das die Regeneration und das Wachstum neuer Zellen anregt. Auch gegen frühzeitige Hautalterung wirkt die Frucht, da ihr hoher Vitamin C-Anteil die Bildung von Kollagen anregt, was wiederum die Elastizität der Haut fördert. Außerdem sorgen das für den Muskelaufbau wichtige Vitamin B3 und der hohe Kaliumgehalt für ein stabiles Herz-Kreislauf-System. Und selbst bei Verdauungsproblemen kann Lucuma Abhilfe schaffen. Es repariert die Darmwände, trocknet gleichzeitig aber auch die Darmsekrete aus, weshalb es nicht für Menschen empfohlen wird, die unter Verstopfung leiden. Der niedrige glykämische Index ist zudem das ideale Süßungsmittel für Menschen, die an Diabetes leiden.

Verwendung von Lucuma in Peru

In Peru wird Lucuma in Form von Mehl oder Fruchtfleisch vor allem für die die Herstellung von Speiseeis, Süßigkeiten und Joghurt verwendet. Seine größten Abnehmer sind entsprechend Bäckereien, Konditoreien, die Saft- und Molkereiindustrie, wobei die Bäckereien die größten Verbraucher auf nationaler Ebene sind. Die Frucht wird aber auch ins Ausland exportiert, wobei 2021 die USA, Chile und das Vereinigte Königreich zu den größten Importeuren zählten. In Europa gehören nebst Deutschland das Vereinigte Königreich und die Niederlande zu den wichtigsten Handelspartnern.

Geschäftsideen für die Vermarktung von Lucuma in Deutschland

Auch der deutsche Großhandel importiert Lucuma, hauptsächlich als Mehl und gefrorenes Fruchtfleisch, und erhältlich ist es auf Websites von Einzelhändlern als Lucumapulver (Mehl). Als Frischobst ist die Frucht hingegen schwer zu finden.

Wer Lucuma in Deutschland vertreiben will, sollte wissen, dass der Import/Export hauptsächlich in den Händen großer peruanischer und deutscher Unternehmen liegt. Das rührt daher, dass die Verarbeitung der Frucht zu Mehl sehr kostspielig ist: Die Investition für eine Zellstoffverarbeitungsanlage beträgt mehr als 500.00 US$. Daher empfehlen wir, Lucuma als Einzelhändler zu vermarkten, d. h. das Produkt von den Großhändlern zu kaufen und es dann unter einem eigenen Markennamen den Endkonsumenten über das Internet anzubieten. Es handelt sich um eine weniger riskante Investition, da die Produkte in Deutschland bereits alle Hygienekontrollen durchlaufen haben und über die für die Vermarktung erforderlichen Zertifikate verfügen.

Wenn du bereits Erfahrung mit der Vermarktung peruanischer Produkte in Deutschland hast und über mehr Kapital verfügst, kannst du auch als Vermittler zwischen Groß- und Einzelhändlern aufzutreten. Mit anderen Worten: Du gründest ein Unternehmen, das Produkte wie Mehl und Lucumamark an Eisdielen und Konditoreien vertreibt.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Endprodukte anzubieten, gleich wie in Peru. Du kannst beispielsweise eine eigene Eisdiele oder ein Café eröffnen und Joghurt, Süßspeisen oder Eis aus Lucuma anbieten. Oder wenn du bereits ein solches Business betreibst, kannst du Lucuma für die Herstellung deiner Produkte verwenden. Natürlich hängt das alles von deinen Zielen und deinem Budget ab.

Egal, welche Geschäftsform dich interessiert. Denke immer daran, die Voraussetzungen für die Vermarktung von Produkten in Deutschland einzuhalten. Dazu gehören Genehmigungen, Lizenzen, Steuern etc.

Weitere Informationen über Lucuma findest du auf den folgenden Websites:

Edeka

Lucuma-Marktanalyse 2021 (MINAGRI)

Verbraucherzentrale (Deutschland)

Lucuma in Deutschland 2019 (PromPerú)

Geschrieben von: Mónica Valcárcel

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