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Business Model Canvas: Strategiewerkzeug für Unternehmen

Business Model Canvas: Strategiewerkzeug für Unternehmen

 

Was ist ein Canvas?

Das Business Model Canvas (BMC) ist ein Tool, mit dem du dein Geschäftsmodell dynamisch entwickeln und strukturieren kannst, denn sein Hauptmerkmal ist die Sichtbarkeit aller strategischen Bereiche deines Unternehmens als Ganzes.

 

Woher kommt BMC?

Das BMC basiert auf der Doktorarbeit des Schweizer Marketingexperten Alexander Osterwalder zur Business Model Ontology, die 2004 vorgelegt wurde. Diese Arbeit war der erste Schritt für die Entwicklung des Canvas-Modells, das in dem 2010 erschienenen Buch “Business Model Generation” von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur ausführlich erläutert wird.

 

Vorteile des BMC

  • Visuelle Analyse des Geschäftsmodells in einer einzigen Ansicht, da alle Elemente auf einer Seite zusammengefasst sind.
  • Ermöglicht die Definition und Konkretisierung abstrakter Ideen.
  • Fokus auf die Bedürfnisse als Ganzes und nicht nur auf einen Bereich.
  • Identifizierung der Abhängigkeiten zwischen den Bereichen des Geschäftsmodells.
  • Verständnis für die Bedeutung der einzelnen Bereiche.
  • Es ist ein Modell, das auf Teamarbeit ausgelegt ist, so dass alle Beteiligten ihre Meinungen und Ideen einbringen und gemeinsam nach Lösungen und Strategien suchen können.

 

Anwendung des BMC

Es wird empfohlen, das Canvas-Modell im Team zu bearbeiten. Dazu musst du eine Vorlage entwickeln, die in 9 Blöcke unterteilt ist. Du kannst die Vorlage selbst auf einem Flipchart der Größe A2 oder A1 erstellen oder eine Vorlage aus dem Internet verwenden und ausdrucken. Hier ist ein Beispiel, aber es gibt viele Beispiele im Internet, die du verwenden kannst.
Du benötigst außerdem verschiedenfarbige Post-it-Zettel und Stifte. Die Dynamik besteht darin, die Blöcke mit den Haftnotizen zu füllen, auf die die Teammitglieder ihre Ideen und Vorschläge, die sie gemeinsam analysiert haben, schreiben.

Organisation und Struktur

Die Arbeitsfläche ist in 9 Bereiche unterteilt. Es gibt fünf Spalten, von denen die zweite und die vierte durch eine vertikale Linie in zwei geteilt sind. Unterhalb der fünf Spalten befindet sich ein horizontaler Streifen, der in zwei Teile geteilt ist. Mit einer vertikalen Linie in der Mitte.

Das Ausfüllen der Blöcke hat eine bestimmte Reihenfolge. Es ist ratsam, in jeden Block eine Zahl zu setzen. Die erste Spalte auf der rechten Seite ist Block 1, die mittlere Spalte ist Block 2. Neben Block 1 befindet sich die vierte Spalte, die in zwei Teile geteilt ist, Block 3 unten und Block 4 oben. Block 5 befindet sich im horizontalen Streifen auf der rechten Seite. Die Blöcke 6 und 7 befinden sich in der zweiten Spalte, die ebenfalls geteilt ist, 6 unten und 7 oben. Block 8 ist die erste Spalte und Block 9 befindet sich im horizontalen Streifen auf der linken Seite, neben Block 5. Diese Anordnung mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, aber unten siehst du ein Beispiel. Nun schauen wir zuerst, wie jeder dieser Blöcke heißt.

Grundbestandteile des BMC

Im Folgenden wird jeder der neun Blöcke genauer erklärt:
1. Marktsegmente: Hier werden die Kunden genannt, die du ansprechen willst oder bereits ansprichst.
2. Wertversprechen: Dies ist im Wesentlichen das Produkt und seine Eigenschaften, die als Wert für den Kunden definiert werden.
3. Vertriebskanäle: Über welche Kanäle du deine Kunden ansprichst und wie sie Zugang zu deinem Produkt erhalten.
4. Kundenbeziehung: Welche Geschäftsbeziehung wird zu den einzelnen Zielgruppen gepflegt.
5. Einnahmequelle: Hier legst du fest, wie dein Unternehmen Einnahmen generiert. Dies hängt von deinem Wertversprechen und Marktsegment ab, so dass du feststellen kannst, wie viel deine Kunde bereit sind, zu zahlen.
6. Schlüsselressourcen: Hier solltest du die für den Betrieb deines Unternehmens erforderlichen Ressourcen angeben.
7. Schlüsselaktivitäten: Die Hauptaktivitäten deines Unternehmens, um dein Produkt anbieten zu können.
8. Schlüsselpartner: Welche Partner sind notwendig für die Umsetzung und welche sind entbehrlich.
9. Kostenstruktur: Dies ist eine Übersicht über die grundlegenden Kosten deines Unternehmens.

Beschreibung und Schlüsselfragen in jeder Komponente:

Nun werden wir etwas detaillierter auf die Inhalte der neun Blöcke eingeben und nennen einige Schlüsselfragen, die dir helfen werden, jeden Block zu definieren.
1. Marktsegment oder Kundensegment. Eine Gruppe von Nutzern mit bestimmten Eigenschaften und Nutzungsverhalten oder Kundensegmente. Fragen:
Für wen schaffe ich mit meinem Angebot einen Mehrwert? Wer sind meine wichtigsten Kunden?
2. Wertversprechen oder Produkt. Mehrwert oder Wertversprechen für die Bedürfnisse der Kundensegmente. Fragen:
Für welche Probleme wollen diese Kunden eine Lösung?
Welchen Nutzen oder Mehrwert biete ich den Kunden mit meinem Angebot?
Welche Kundenbedürfnisse will ich befriedigen?
Welche Kombination von Produkten und Dienstleistungen biete ich den Zielgruppen an?
3. Vertriebskanäle. Vertriebs- und Kommunikationskanäle für das Kundensegment. Fragen:
Wie oder über welche Kanäle erreiche ich meine Kunden?
Welche Kanäle funktionieren am besten? Welches sind die besten Anlaufstellen?
4. Die Kundenbeziehung. Form der Beziehung zu den Kundensegmenten. Fragen:
Welche Art von Beziehung habe ich zu Kunden? Spreche ich sie individuelle an oder richte ich mich an die große Mase?
Was tue ich, um die Beziehung aufzubauen, zu pflegen und zu erhalten?
5. Einnahmequellen. Wie die Einnahmen nach Kundensegmenten generiert werden sollen. Erste Preisstrategien. Fragen:
Welche Preise sind meine Kunden bereit zu zahlen?
Gibt es vergleichbare Produkte und/oder Dienstleistungen? Welche Einnahmequellen gibt es?
Wie viel trägt jede der einzelnen Einnahmequellen zum Gesamtumsatz bei?
6. Schlüsselressourcen. Ressourcen und Infrastruktur, die erforderlich sind, um das Produkt und/oder die Dienstleistung anbieten zu können. Fragen:
Auf welche Ressourcen stützt sich mein Wertversprechen?
Welche Schlüsselressourcen benötige ich, um dem Kunden einen Mehrwert zu bieten?
7. Schlüsselaktivitäten. Alle Kernaktivitäten, die notwendig sind, um das Produkt und/oder die Dienstleistung zu liefern. Fragen:
Welche Aktivitäten muss ich durchführen, um den Kundennutzen zu erfüllen?
Welche Aktivitäten sind für die Vertriebskanäle und welche für die Kundenbeziehung notwendig?
8. Schlüsselpartner. Liste der Schlüsselpartner, die mit der jeweiligen Schlüsselaktivität verbunden sind. Fragen:
Wer sind meine Schlüsselpartner, wer sind meine wichtigsten Lieferanten?
Für welche Schlüsselressourcen oder Schlüsselaktivitäten bin ich von den Partnern abhängig?
9. Kostenstruktur. Erste grundlegende Finanzplanung. Fragen:
Welche Kostenstruktur ergibt sich aus der Planung?
Welche Schlüsselressourcen und/oder Schlüsselaktivitäten sind die Kostentreiber?

 

Zusammenfassung

Das Canvas ist auf die Entwicklung von operativen und strategischen Plänen ausgerichtet. Es ist ein effektives Instrument, um die Dynamik und Entwicklung von Geschäftsmodellen schnell, visuell ansprechend und konkret zu diskutieren. Dank dieses Tools ist es einfach zu erkennen, wie die Komponenten miteinander zusammenhängen. Es ist ein Werkzeug, das häufig von Start-ups und für die Planung der digitalen Transformation eines Unternehmens verwendet wird.

 

 

Autoren Holger Ehrsam und Mónica Valcárcel
 
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Innovation und Wettbewerbsfähigkeit – Schlüsselelemente in Unternehmen

Innovation und Wettbewerbsfähigkeit – Schlüsselelemente in Unternehmen

Innovation fördert die Wettbewerbsfähigkeit. Durch sie können sich Unternehmen besser auf dem Markt positionieren und sich von ihren Konkurrenten abheben. Ihr Produktangebot wird attraktiver, und der Verbraucher hat mehr Möglichkeiten zur Auswahl.
Warum, wie und wann solltest du als Unternehmer also auf Neuerungen setzen?
 

Warum

  • Innovation ist wie ein Magnet, der Kunden anzieht. Wenn du etwas Neues und Aufregendes anbietest, werden deine Produkte oder Dienstleistungen attraktiver und die Nachfrage steigt. Stell dir vor, jedes Unternehmen bietet ein Produkt mit denselben bekannten Designs und Farben an. Und dann bringst du eines auf den Markt, dass sich merklich in seinem Design oder seiner Präsentation von der Konkurrenz unterscheidet. Welches Produkt wird die größere Aufmerksamkeit und Nachfrage erzielen? Richtig, deines!
  • Innovation verändert auch die Kultur deines Unternehmens und die Einstellung zu zukünftigem Wachstum. Ein innovatives Produkt zu haben bedeutet, dass das Unternehmen bereit ist, neue Märkte zu erschließen.
  • Wettbewerbsfähigkeit hilft dir, Kunden zu gewinnen und vor allem zu halten. Wenn du einen Mehrwert bietest, der dem Kunden einen echten Vorteil bietet, werden sich dieser immer wieder für dein Unternehmen entscheiden. Weil er bei dir etwas bekommt, dass ein Leben einfacher macht. So baust du langfristige Kundenloyalität auf, denn deine Kunden werden sich immer wieder an dein Produkt oder deine Marke erinnern.

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Wie

  • Frag deine Kunden, was sie vermissen und brauchen. Zu wissen, was sie in deinem Unternehmen neu oder anders sehen möchten, ist ein guter Ausgangspunkt für deine zukünftige Entwicklung. Kunden können dir Ideen und neue Perspektiven liefern, die dir helfen, neue Bedürfnisse zu erkennen, die bisher noch nicht erfüllt wurden.
  • Halte dich über Branchennachrichten und Trends auf dem Laufenden. Soziale Medien sind eine große Hilfe und können dich über andere Märkte auf der ganzen Welt informieren. Wenn du die Zukunft im Auge behältst, kannst du den Bedürfnissen deiner Kunden immer einen Schritt voraus sein.
  • Besuche Vorträge oder Netzwerkveranstaltungen. Suche nach Unternehmern, die es bereits geschafft haben, innovativ und führend in ihrem Bereich zu sein. Spreche mit Experten, die dir wichtige Details verraten können, die du nicht kennst. Neue Kontakte zu knüpfen, öffnet immer mehr Türen.

 

Wann

  • Der entscheidende Moment hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Dazu gehört unter anderem das Wissen, das du bereits über die Trends in deinem Sektor, über deine Konkurrenten und über die Bedürfnisse deiner Kunden gewonnen habst. Dadurch wirst du dir für die Gunst der stärker bewusst.
  • Auch der Lebenszyklus deines Produkts ist wichtig. Wenn du feststellst, dass dein Produkt schon lange auf dem Markt ist und du nicht in der Lage bist, entsprechend deinem Plan weiter zu wachsen, ist dies ein guter Zeitpunkt eine Erneuerung.
  • Viele Unternehmer sagen, dass es so etwas wie den richtigen Zeitpunkt nicht gibt. Manchmal muss man den Schritt einfach wagen und es ausprobieren. Das Entwickeln und Testen von Ideen wird dir helfen, aus deinen Erfahrungen zu lernen und in Zukunft besser vorbereitet zu sein.

Innovation und Wettbewerbsfähigkeit gehen Hand in Hand. Innovation hilft dir, dich von der Masse abzuheben, indem du etwas Einzigartiges anbietest. Sie ermöglicht es dir, wettbewerbsfähig zu bleiben, indem du dir einen Vorteil auf dem Markt verschaffst. Wenn du das richtige Gleichgewicht zwischen diesen beiden Faktoren findest, ist dein Unternehmen bereit für neue Herausforderungen und Chancen.

 
 
 
Geschrieben von Bruno Otoya

MSc. Innovationsmanagement, Unternehmertum und Nachhaltigkeit

 

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Kreislaufwirtschaft: Ein Modell, das sich durchsetzt

Kreislaufwirtschaft: Ein Modell, das sich durchsetzt

Präambel

Die industrielle Revolution führte zu einem Produktionsboom und natürlich auch zur Entwicklung von Technik und Medizin. All diese Entwicklungen haben es uns ermöglicht, unsere Lebenserwartung zu verlängern. Wir sind jetzt in der Lage, viele Krankheiten zu besiegen, und die Technologie hat uns geholfen, verschiedene Aufgaben sicher und schnell auszuführen, die in der Vergangenheit gefährlich und riskant gewesen waren. Sie hat auch zu einem immer stärkeren Bevölkerungswachstum geführt, was die Nachfrage nach mehr Produkten nach sich zog, die bis heute einem linearen Produktionsmodell folgen. Das bedeutet, dass natürliche Ressourcen oder endliche Rohstoffe abgebaut werden, um Produkte herzustellen, die am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt werden. Bei diesem Modell wird der Lebenszyklus des Produkts nicht berücksichtigt, da es auf Rentabilität ausgerichtet ist und auf dem Prinzip “benutzen und wegwerfen” basiert. Produkte mit geplanter Obsoleszenz sind ebenfalls Teil dieses Modells.
Nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF) verbrauchen wir mehr Ressourcen als wir sollten, was sich negativ auf künftige Generationen auswirkt. Kurz gesagt, die lineare Wirtschaft führt zu Abholzung, Bodenerosion, Dürren, Verlust der Artenvielfalt und Klimawandel.
Um die Erschöpfung der Ressourcen zu vermeiden und der Natur Zeit zu geben, sich zu regenerieren, entwickelt sich die Kreislaufwirtschaft.
 

Was ist die Kreislaufwirtschaft?

Die Kreislaufwirtschaft ist ein Produktions- und Konsummodell, das der Nachhaltigkeit verpflichtet ist. Es konzentriert sich auf den Lebenszyklus des Produkts und wird von drei Grundprinzipien bestimmt: reduzieren, recyceln und wiederverwenden, auch die 3R genennt: „Reduce, Reuse, Recycle“. Das bedeutet, dass Produkte nicht für den einmaligen Gebrauch produziert werden, sondern dass ihre Materialien, wenn möglich, durch Recycling im Wirtschaftskreislauf verbleiben und in der Produktion wiederverwendet werden können.
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Die 7R

Die 3R waren eine hervorragende Initiative, die von der Nichtregierungsorganisation (NRO) Greenpeace propagiert und 2004 auf dem G8-Gipfel vom japanischen Premierminister Koizumi Junichiro vorgeschlagen wurde. Sie reichen jedoch nicht aus, um die übermäßige Ausbeutung von Ressourcen und die Entstehung von Abfällen einzudämmen, so dass weitere Initiativen hinzugekommen sind, wie z. B. die 7R, die einen umfassenderen Vorschlag zur Erhaltung der Umwelt durch Ressourcenmanagement, Wiederverwendung und Recycling darstellen. Die 7R stehen für Redesign (redesign), Reduktion (reduce), Wiederverwendung (reuse), Reparatur (repair), Erneuerung (renew), Rückgewinnung (recover) und Recycling (recycle).
Da das Hauptziel der Kreislaufwirtschaft darin besteht, die Umweltkosten der derzeitigen Prozesse zu senken, besteht ihre Strategie darin, die Verwendung von Rohstoffen zu optimieren, indem ihre Nutzungsdauer durch Recycling und Wiederverwendung verlängert wird. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Phase des Produktdesigns äußerst wichtig, da berücksichtigt werden muss, dass die zu verwendenden Materialien wiederverwendbar sein müssen und dass das Produkt bei Bedarf repariert werden kann und seine Teile austauschbar sind. Ebenso müssen die anfallenden Nebenprodukte und Abfälle berücksichtigt werden, damit sie wieder in neue Produktionsprozesse integriert werden können.
 

Vorteile:

  • Umweltschutz:
  • Verringerung des Verbrauchs an natürlichen Ressourcen.
  • Verringerung der Anzahl der erzeugten Abfälle und damit der Umweltauswirkungen.
  • Verringerung der Emission von Treibhausgasen.
  • Die Herstellung effizienterer und nachhaltigerer Produkte trägt zur Senkung des Energie- und Ressourcenverbrauchs bei.
  • Reduziert die Abhängigkeit von Rohstoffen:
  • Viele Länder verfügen nicht über bestimmte natürliche Ressourcen, so dass sie Rohstoffe für ihre Produktion importieren müssen.
  • Erhöhte Sicherheit bei der Versorgung mit Rohstoffen.
  • Es schafft Arbeitsplätze und spart Geld für Verbraucher, Unternehmen und Regierungen.
  • Es wird geschätzt, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit steigern, die Innovation anregen, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen könnte.
  • Die Verbraucher erhalten innovativere, langlebigere und besser reparierbare Produkte, die dem Endverbraucher Einsparungen ermöglichen.
  • Steigerung der wirtschaftlichen Rentabilität von Produktionsprozessen.
  • Gesteigerter Umsatz.
  • Erhöhte technologische Wettbewerbsfähigkeit.
  • Anwendbar in allen Bereichen wie Textilindustrie, Landwirtschaft, Bauwesen, industrielle Prozesse, Wasseraufbereitung, Abfallbehandlung usw.
 
 

Die Situation in Europa

Das Europäische Parlament möchte, dass die Europäer eine Kreislaufwirtschaft einführen, Rohstoffe effizienter nutzen und Abfälle reduzieren. Die Europäische Kommission hat daher für 2020 und 2021 Aktionspläne für nachhaltigere Produkte, Abfallverringerung und die Selbstbestimmung der Bürger, wie z. B. das Recht auf Reparatur, vorgelegt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf ressourcenintensiven Sektoren wie Elektronik, IKT, Kunststoffe, Textilien und/oder Bauwesen liegt. Sie forderte auch Maßnahmen, um bis 2050 zu einer kohlenstoffneutralen, nachhaltigen, giftfreien und vollständig kreislauforientierten Wirtschaft zu gelangen, was strengere Recyclinggesetze und verbindliche Ziele für 2030 beinhalten soll.
Im März 2022 legte die Kommission das erste Maßnahmenpaket zur Beschleunigung des Übergangs zur Kreislaufwirtschaft vor. Das Paket umfasst die Förderung nachhaltiger Produkte und die Selbstbestimmung der Verbraucher bezüglich des grünen Übergangs, die Überarbeitung der Verordnung über Bauprodukte und eine Strategie für nachhaltige Textilien. Im November desselben Jahres schlug sie neue EU-weite Verpackungsvorschriften vor, einschließlich Vorschlägen zur Verbesserung des Verpackungsdesigns, wie z. B. eine klare Kennzeichnung, um Wiederverwendung und Recycling zu fördern. Außerdem befürwortet sie den Übergang zu biobasierten, biologisch abbaubaren und kompostierbaren Kunststoffen.
 

Die Situation in Peru

Im Februar 2020 genehmigte die peruanische Regierung den “Fahrplan für eine Kreislaufwirtschaft in der Industrie” durch den Obersten Erlass Nr. 003-2020-Produce. Dabei handelt es sich um eine Initiative des Produktionsministeriums (Produce) und des Umweltministeriums (MINAM), die darauf abzielt, lineare Produktionsprozesse schrittweise an die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft anzupassen und zu fördern, indem bewährte Verfahren bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Industrieabfällen sowie die Entwicklung von Mechanismen zur Förderung innovativer Initiativen und sauberer Technologien gefördert werden.
Die ersten 42 Maßnahmen des Staates wurden festgelegt und zielen darauf ab, die Produktion im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzepts zu fördern, Informationen zu verwalten, den nachhaltigen Verbrauch und die Abfallwirtschaft zu unterstützen, Innovationen zu fördern und die notwendigen Finanzmittel bereitzustellen, um einen schrittweisen Übergang des Privatsektors zu gewährleisten.
 

Tipps für einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

Wir, die Konsumenten, sind durch unser Handeln und unsere Konsumgewohnheiten ein wichtiger Teil dieses Prozesses. Aus diesem Grund geben wir dir die Empfehlungen der Aquae-Stiftung an die Hand und zeigen dir, was du zur Kreislaufwirtschaft beitragen kannst:
1: Reparieren statt wegwerfen. Beispiel: Garantien in Anspruch nehmen, vor der Entsorgung eines Produkts einen Techniker aufsuchen und das Produkt verantwortungsvoll entsorgen (Sammelstellen).
2. Wähle langlebige Produkte statt Wegwerfprodukte. Beispiel: Stofftaschen
3. Reduziere den Abfall auf ein Minimum. Beispiel: Vermeide den Druck von Dokumenten wie Rechnungen, bestelle Werbung per E-Mail, räume regelmäßig deine Inbox auf, kaufe Produkte ohne Verpackung oder mit wiederverwertbarer Verpackung.
4. Erstelle eine Einkaufsliste. Beispiel: Um zu vermeiden, dass zu viel eingekauft und Lebensmittel weggeworfen werden, ist es besser, zu prüfen, welche Produkte zu Hause benötigt werden, und eine Liste mit dem Notwendigen zu erstellen.
5. Kaufe aus zweiter Hand. Beispiel: Kaufe gebrauchte Möbel in gutem Zustand und zu einem guten Preis im Internet.
6. Kompostiere zu Hause. Beispiel: die organischen Abfälle, die beim Schälen von Gemüse anfallen. Du kannst einen Komposter benutzen, und wenn das nicht möglich ist, dann verwende Recycling-Papiertüten für organische Abfälle und entsorge sie in biologisch abbaubaren Behältern, falls es sie in deiner Stadt gibt.
7. Passe deinen Energieverbrauch an. Beispiel: Ersetze Glühbirnen durch Energiesparlampen, fülle die Waschmaschine und ggf. den Geschirrspüler. Kaufe energieeffiziente Geräte.
8. Recyceln. Beispiel: Wenn möglich, verwende Dinge ein zweites oder drittes Mal, bevor du sie ganz wegwirfst, und entsorge sie getrennt: Plastik, Papier, Glas, Batterien, elektronische Geräte usw., damit sie wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können.
9. Lerne, das loszuwerden, was du nicht mehr brauchst. Beispiel: Trenne dich von Dingen, die du seit mehr als 5 Jahren nicht benutzt hast. Wenn sie in gutem Zustand sind, kannst du sie verkaufen, andernfalls gemäß den Recycling-Richtlinien entsorgen.
10. “Doggy Bag” oder “Gourmet Bag”. Beispiel: Bitte in einem Restaurant darum, dass Essensreste eingepackt werden, und frag nach recycelbaren Verpackungen. Diese Praxis hilft der Kreislaufwirtschaft sehr, also solltest du dich nicht dafür schämen.
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Zusammenfassung

  • Es stimmt zwar, dass die industrielle Revolution uns in der Entwicklung der Menschheit einen riesigen Schritt vorangebracht hat, aber wir müssen auch lernen, dass die angewandten Wirtschaftsmodelle dem Ökosystem schweren Schaden zugefügt haben, so dass wir nach besseren Alternativen suchen müssen, die uns helfen, die Ressourcen effizient zu verwalten.
  • Die Kreislaufwirtschaft ist eine hervorragende Initiative, um der Zerstörung unseres Planeten durch Abholzung, Raubbau an Ressourcen und Umweltverschmutzung entgegenzuwirken.
  • Mit Initiativen wie der 7R können wir sowohl die Produktionsprozesse als auch die Abfallwirtschaft weiter verbessern.
  • Europa und Peru haben Fortschritte auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft gemacht, aber es gibt noch viel zu tun, besonders in Peru.
  • Dieses Thema geht uns alle an, die Verbraucher, die Unternehmen und die Regierungen. Lassen Sie uns am Übergang von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft mitwirken.
 
Geschrieben von Mónica Valcárcel
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Tipps für Gründer

Tipps für Gründer

Bist du Deutscher und möchtest ein Unternehmen in Deutschland gründen? Hier geben wir dir die wichtigsten Tipps:
  • Zuerst musst du dich entscheiden, welche Art von Geschäft du haben möchtest und das entsprechende Geschäftsmodell definieren. Z.B.: Wirst du einen Laden haben? Wirst du nur online im Internet verkaufen?
  • Als nächstes schreibst du einen Businessplan nach dem SMART-Ansatz. SMART bedeutet specific (spezifisch, klar definiert), measurable (messbar), achievable (erreichbar, realistisch), relevant (für das Unternehmen relevant) und timeframe (innerhalb einer klar definierten Zeitvorgabe).

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  • Dein Unternehmen braucht unbedingt eine Vision und eine Mission. Ansonsten bist du wie ein Schiff ohne Kapitän: orientierungs- und ziellos. Du musst wissen, was dein Unternehmen aus welchem Grund tust, was der Antreiber ist.
  • Beschreibe dann deine Produkte und deine idealen Kunden, um deine Zielgruppe zu definieren. Versetze dich in die Situation deiner Wunsch-Kunden hinein: wer sind sie, was wollen sie, wie leben sie, bei was brauchen sie Unterstützung, welche Werte haben sie.
  • Danach kommt das Thema der Finanzierung. Verfügst du für dein Business über genügend Eigenkapital oder wirst du auf Fremdkapital angewiesen sein?
  • Nach der Finanzierung geht es um rechtliche Aspekte. Wähle die für dich passende Rechtsform: Zum Beispiel eine GbR, oHG, KG, GmbH, UG oder AG.
  • Die meisten Unternehmen sind GmbH und UG, weil die Gesellschafter nur mit dem Gesellschaftsvermögen und nicht mit ihrem Privatvermögen haften. Um eine GmbH zu gründen, brauchst du ein Mindeststammkapital in der Höhe von 25.000 €. Verfügst du nicht über dieses Kapital, kannst du stattdessen eine UG gründen, denn dafür braucht es nur 1 € Startkapital. Aber du musst auf jeden Fall die Unterschiede zwischen den beiden Rechtsformen im Auge behalten. Aufgrund des niedrigen Stammkapitals ist bei der UG eine Rücklagenpflicht in der Höhe von 25% des Jahresüberschusses gesetzlich vorgeschrieben, während diese bei der GmbH optional ist.
  • Hast du all die obigen Punkte geklärt, unterschreibst du den Geschäftsvertrag und eröffnest dein Geschäftskonto.
  • Die nächsten Schritte sind: Festlegung der wesentlichen Daten, Abklärung Firmierung und Gegenstand mit der IHK, Notarielle Beurkundung, Einzahlung des Stammkapitals, Anmeldung der Gesellschaft im Handelsregister durch den Notar, Gewerbeanmeldung, Anmeldung beim Finanzamt, Anmeldung der Mitarbeitenden (wenn dies der Fall ist).
Da wir keine Anwälte sind, empfehlen wir dir, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du ein Unternehmen gründen möchtest. Der Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken.
 
 
Geschrieben von Mónica Valcárcel
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