Die Habaneros: Leidenschaft für Musik

Die Habaneros: Leidenschaft für Musik

Gloria Álvarez ist Systemingenieurin mit einer großen Leidenschaft für Musik. Diese hat sie und eine Gruppe von Freunden dazu gebracht, in Deutschland, wo sie leben, eine Latino-Rock-Band zu gründen. Am Anfang war es nur ein lustiges Hobby, aber nach und nach wurde es ernst, und jetzt treten sie privat und auf Festivals auf. Sie haben auch eine Reihe von Produkten, die sie ihren Fans anbieten.

 
Die Idee und die Motivation

Gloria ist Peruanerin und lebt seit 14 Jahren in Ingolstadt, Deutschland. Die Rockband war für sie erst nur ein Hobby. Es war für sie eine gute Möglichkeit, sich zu entspannen und Zeit mit dem zu verbringen, was sie am meisten liebt: Musik. Nachdem sie jedoch vor Publikum gespielt und die Nähe zu den Menschen erfahren hatte, waren sie und die Bandmitglieder davon begeistert, durch die Musik eine magische Verbindung mit anderen Menschen eingehen zu können. In diesem Moment entstand die Idee, ihre Kunst als Dienstleistung anzubieten und daraus ein Geschäft zu entwickeln. Im Gegenzug für ihre Mühe und Disziplin, die sie in die Zusammenstellung ihrer Auftritte und in die erforderliche Ausrüstung investierten, würden sie bezahlt werden.

Aufgrund des Marketings und der Werbung, die sie in sozialen Medien machten, kam Gloria auf die Idee, ihrer Fangemeinde zusätzliche Produkte anzubieten. Diese sollten sowohl zum Musikstil der Band passen als auch einen Trend setzen. Die Produkte sollten hauptsächlich mit den Hobbys der Band, Musik machen und Videos drehen, zu tun haben und den Fans einen echten Nutzen bieten.

 

Die Band, ihre Produkte und Dienstleistungen

Die Rockband, die Coverversionen verschiedener Künstler spielt, trat erstmals im Sommer des vergangenen Jahres (2022) unter dem Namen “Die Habaneros” aus. Mit dem Namen wollten sie die Verschmelzung der deutschen (die) und lateinamerikanischen Kultur (habaneros) widerspiegeln. Nur kurze Zeit nach dem Debüt hat Gloria im Januar dieses Jahres (2023) ihre Geschäftsidee der komplementären Produkte lanciert.

 

Die aktuell angebotenen Produkte sind T-Shirts für Männer und Frauen mit dem Logo der Band, Dinosaurierpuppen (das Maskottchen der Band), die mit einem T-Shirt bekleidet sind, elastische Stirnbänder aus Inka-Stoff. Für die Zukunft sind auch Gürteltaschen geplant.

Die Produkte und ihre Covermusik bewerben Gloria und ihre Band über soziale Medien wie Facebook, Instagram und YouTube und in ihrem eigenen Online-Shop. Wenn du ihre Dienste für private Konzerte in Anspruch nehmen möchtest, kannst du sie direkt über WhatsApp (+4915140631701) oder Facebook Messenger kontaktieren.

 

Herausforderungen und Erfolge

Die größte Herausforderung für die Band war es, die richtigen Mitglieder zu finden. Es mussten Personen sein, die sich der Band wirklich verpflichtet fühlten. Denn in der Vergangenheit stießen viele Musiker dazu, für die die Band nur ein entspannendes und spaßiges Hobby war. Doch als es darum ging, professioneller zu werden und konsequent zu proben, gaben viele von ihnen auf, weil sie nicht daran interessiert waren, mehr Zeit und Energie in die Musik zu investieren. Es brauchte Zeit und Disziplin, bis sie sich allmählich als Team etablierten und mehr Selbstvertrauen und gegenseitiges Engagement entwickelten.

Auch das Merchandising stellte die Band anfangs vor Herausforderungen. Themen wie Produktqualität, Lieferanten (in Deutschland oder Peru), Logistik, Kosten, Ausgaben usw. waren für viele neu. Und es bestand das Risiko, dass das Geschäft nicht rentabel sein würde.

Heute blickt die Band stolz auf ihre Professionalität, das Engagement und die Entwicklung jedes einzelnen Mitglieds. Und auch das Merchandising hat sich positiv entwickelt. Unter den Fans erfreuen sich die verschiedenen Artikel einer stetig steigenden Nachfrage und viele von ihnen wollen Teil der Gemeinschaft sein. Die Fans fühlen sich mit der Musik, dem Tanz und den Partys verbunden und identifizieren sich über die Produkte mit der Band.

 
Vision und Zukunftspläne

Gloria ist eine Kundin von Ehrsam Peru-Consult. Sie hat den Exportkurs besucht, weil Holger ein Experte für Geschäfte zwischen Peru und Deutschland ist. Über ihn sagte sie uns: “Holger ist ein ausgezeichneter Mentor, der immer bereit ist, alle Fragen zu beantworten”. Der Kurs hat Gloria den Impuls gegeben, den ersten Schritt in die Selbständigkeit ohne Angst zu tun. Und ihr einen guten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten verschaffen, wie sie mit dem Verkauf von hochwertigen peruanischen Produkten beginnen konnte.

Eine weitere Motivation für die Teilnahme an dem Kurs war Glorias Wunsch, hochwertige Produkte aus Peru zu verkaufen, anstatt auf Massenprodukte aus China zu setzen. Ihr war es, qualitativ hochstehende peruanische Produkte anzubieten, die nicht leicht zu finden sind und die von den Kunden geschätzt werden.

Als Band haben sie sich zum mittelfristigen Ziel gesetzt, nicht nur an privaten Anlässen zu spielen, sondern an mindestens 5 großen Festivals in Deutschland aufzutreten.

Ihre Merchandising-Artikel wollen sie langfristig auf großen Online-Plattformen anbieten, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Im eigenen Online-Shop wollen sie ein sicheres Zahlungssystem implementieren, um ein besseres Kundenerlebnis zu bieten.

Auch träumt Gloria von der Produktion eines eigenen Podcasts auf Spotify mit den Geschichten der Bandmitglieder. Denn jeder von ihnen hat eine Menge super interessanter Abenteuer zu erzählen. 

In diesem Jahr werden “Die Habaneros” vorerst weiter hart daran arbeiten, ihren Bekanntheitsgrad in der Musikszene zu steigern und wertvolle Kontakte zu knüpfen, um mehr Auftritte in und um Ingolstadt zu bekommen. Sie werden auch weiterhin ihre Produkte in Netzwerken, online und auf ihren Konzerten verkaufen.

Wir danken Gloria Álvarez dafür, dass sie ihre Erfahrungen mit uns geteilt und diesen Artikel möglich gemacht hat. Wir wünschen ihr und der Band noch viele große Erfolge.

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

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Nachhaltigkeit in der Textilindustrie: Trend oder langfristige Änderung der Gewohnheiten?

Nachhaltigkeit in der Textilindustrie: Trend oder langfristige Änderung der Gewohnheiten?

 

Hintergrund

In den 1980er Jahren begannen die großen Unternehmen der Modeindustrie aus Kostengründen, ihre Kleidung in Ländern der “Dritten Welt”, wie sie damals genannt wurden, herstellen zu lassen. Dies könnte grundsätzlich eine attraktive Beschäftigungsmöglichkeit für viele Menschen sein, doch die Umsetzung verlief bisher mehr als mangelhaft. Die Modeindustrie nutzte das niedrige Niveau der Beschäftigungsfähigkeit in diesen Ländern aus und zahlte den Arbeitern jeweils nur den Mindestlohn. Die Arbeitsrechte wurden oft nicht respektiert, wie z. B. eine Arbeitszeit von nicht mehr als acht Stunden oder eine Krankenversicherung, und auch die prekären Infrastrukturbedingungen, unter denen die Angestellten arbeiten mussten, waren bedenklich. Damals wurde das Thema in der westlichen Gesellschaft nicht diskutiert, und die Menschen kauften einfach Kleidung in Kaufhäusern, ohne zu wissen, unter welchen Bedingungen ihre Kleidung hergestellt wurde.

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Vor zehn Jahren hat die Tragödie des Einsturzes von Rana Plaza in Bangladesch diese unglückliche Realität in der Textilindustrie deutlich gemacht. Rana Plaza war ein achtstöckiges Gebäude, in dem hauptsächlich Textilfabriken untergebracht waren. Die Tragödie forderte mehr als 1.120 Tote und über 2.500 Verletzte. Aber auch in Lateinamerika sind die Arbeitsbedingungen in der Textilbranche alles andere als gut. In Ländern wie Nicaragua, Honduras, Guatemala oder El Salvador gibt es die berühmten “Freihandelszonen” oder, wie die Branche sie nennt, “Sonderwirtschaftszonen”, in denen die Arbeitsvorschriften weniger streng sind als in den Industrieländern, es gibt Steueranreize und natürlich billige, nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeitskräfte.

 
Soziales und ökologisches Problem

Diese unglückliche Situation ist nicht nur ein soziales Problem, sondern auch ein ökologisches. Die Auftraggeber können ihre Waren aufgrund der billigen Arbeitskräfte im Westen zu Tiefstpreisen anbieten, so dass Kleider bereits für nur 4 Euro oder den entsprechenden Gegenwert (je nach Wechselkurs) zu haben sind. Geschäfte mit Billigmode sprießen wie Pilze aus dem Boden und sind äußerst beliebt. Sie bieten der Bevölkerung Zugang zu günstigster Kleidung, und so entsteht “Fast Fashion” oder “schnelle Mode”, bei der nicht mehr daran gedacht wird, saisonale Kollektionen zu produzieren. Das einzige Ziel besteht darin, so viel wie möglich zu niedrigen Kosten zu produzieren, um so viel wie möglich zu verkaufen. Ein lukratives Geschäft mit Massenware. Wurden im Jahr 2000 noch 50 Milliarden Kleidungsstücke produziert, so sind es heute, nur 20 Jahre später, doppelt so viele. Diese Billigproduktion mindert die Qualität der Produkte und macht sie zu Wegwerfartikeln. Wie wir alle wissen, wirkt sich jedes Produkt, das schnell weggeworfen wird, durch die Menge der verbrauchten Ressourcen direkt auf die Umwelt aus.

Die Herstellung von Stoffen und Kleidungsstücken ist aufgrund der giftigen Abfälle, die durch industrielle Farbstoffe entstehen, und des hohen Wasserverbrauchs, sehr umweltbelastend. Nach Angaben der UN-Umweltbehörde werden für die Herstellung einer Jeans 7.500 Liter Wasser benötigt, eine Menge, die den Durst eines Menschen sieben Jahre lang stillen würde.

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Gemäß der UN-Umweltorganisation und der Ellen MacArthur Foundation verbraucht die Textilindustrie jedes Jahr 93 Milliarden Kubikmeter Wasser, eine Menge, die den Wasserbedarf von 5 Millionen Menschen decken könnte. Andererseits stammen 20 % des weltweiten Abwassers aus der Textilfärberei und -behandlung. Aus den Daten geht außerdem hervor, dass 87 % der für die Herstellung von Kleidungsstücken verwendeten Fasern verbrannt oder deponiert und 60 % weggeworfen werden, bevor sie ein Jahr lang getragen worden sind. Dieser Sektor verursacht 10 % der weltweiten Kohlenstoffemissionen, und eine halbe Million Tonnen Mikrofasern werden jedes Jahr ins Meer gekippt, was 50 Milliarden Plastikflaschen entspricht. Das Problem dabei ist, dass die Mikrofasern nicht aus dem Wasser entfernt werden können und die Nahrungskette beeinträchtigen.

 

Trends in der Mode

Die Textilindustrie stellt also nicht nur ein soziales, sondern auch ein ökologisches Problem dar, weshalb das Thema Nachhaltigkeit in diesem Sektor in den 2000er Jahren an Bedeutung gewann.

Heute verpflichten sich bekannte Modemarken, in der gesamten Wertschöpfungskette gute soziale und ökologische Praktiken anzuwenden. Lokale Marken in jeder Region engagieren sich ebenfalls für den Umweltschutz. Sie konzentrieren sich auf die Verwendung von natürlichen Rohstoffen für Fasern und Farbstoffe sowie auf die Verwendung von Recyclingmaterial.

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Diese Marken müssen dem Verbraucher auch Vertrauen vermitteln. Es reicht nicht aus, zu sagen, dass sie nachhaltig sind, sie müssen es beweisen. Es gibt viele Unternehmen, die das berühmte “Greenwashing” betreiben, d. h. den Anschein erwecken wollen, nachhaltig und umweltfreundlich zu sein, obwohl sie es in Wirklichkeit nicht sind.

 
Herausforderungen für die Textilindustrie und die Rolle des Verbrauchers

Eine der größten Herausforderungen für die nachhaltige Textilindustrie sind die Kosten. Die Hauptprämisse nachhaltiger Mode ist es, den Preis, das Design und die Qualität von Kleidungsstücken beizubehalten und gleichzeitig umweltfreundlich zu sein. Die Preise für Fast-Fashion-Kleidung liegen jedoch immer noch weit unter den Preisen für nachhaltige Mode, so dass die große Herausforderung darin besteht, die Verbraucher davon zu überzeugen, “mehr auszugeben und weniger zu konsumieren”. Denn billig ist in diesem Fall teuer, da minderwertige Kleidung schnell weggeworfen werden muss, was bedeutet, dass die Konsumenten erneut für neue Kleidung bezahlen müssen. Viele Verbraucher realisieren das aber nicht. Vor Menschen mit geringem Einkommen, die ihre Konsumgewohnheiten wahrscheinlich nicht ändern werden.

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Das Ziel der nachhaltigen Mode ist es darum, das Bewusstsein der Verbraucher für die sozialen und ökologischen Schäden zu schärfen, die Fast Fashion mit sich bringt. Zu diesem Zweck muss der gesamte Sektor zusammenarbeiten, um Produkte anzubieten, die umweltfreundlich sind und die Wertschöpfungs- und Lieferkette respektieren. Doch auch wir Konsumenten müssen unsere Verantwortung wahrnehmen. Wir sollten nicht darauf warten, dass die Industrie die Arbeit allein erledigt, sondern wir müssen bereit sein, unsere Konsumgewohnheiten zu ändern, indem wir z. B. auf Qualität statt auf Quantität achten, uns für die Herkunft des Kleidungsstücks interessieren, nur das Nötigste kaufen und Kleidungsstücke, die nicht mehr in Mode sind, wiederverwenden oder umgestalten.
Die Industrie wiederum hat die Aufgabe, für Segmente mit tieferer Kaufkraft erschwingliche, aber umweltfreundliche Alternativen anzubieten.

 
Die Situation in Peru

Auf der Expotextil, die vom 3. bis 6. November letzten Jahres in Lima stattfand, wurde das wachsende Interesse der peruanischen Textilunternehmen an Initiativen zur Nachhaltigkeit deutlich – ein Bereich, in dem Peru vor allem dank privater Initiative große Fortschritte gemacht hat. Allerdings ist die Technologie in diesem Sektor der Schwachpunkt. Auf der Messe präsentierten die peruanischen Textilhersteller Innovationen wie die Verwendung von Farbstoffen aus Zwiebeln, Kurkuma und der berühmten Cochenille, die bereits seit der Eisenzeit für das Färben verwendet wird. Wie nicht anders zu erwarten, präsentierten sie auch Kleidungsstücke aus natürlichen Stoffen pflanzlichen Ursprungs wie Baumwolle und tierischen Ursprungs wie Alpaka und anderen in Peru heimischen Kameliden.

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Der große Wettbewerbsvorteil Perus im Bereich der tierischen Stoffe besteht darin, dass es in Peru etwa 5 Millionen Alpakas gibt, was 70 % der Weltbevölkerung entspricht. Außerdem wachsen in Peru verschiedene Baumwollsorten wie Tangüis, del cerro, áspero, Supima und Pima, wobei letztere als eine der besten der Welt gilt. Infolgedessen ist Peru zu einem wichtigen regionalen Textillieferanten geworden, aber das Land verfügt über keine große Eigenmarkenindustrie. Zufälligerweise sind es die Eigenmarken, die die Digitalisierung und den elektronischen Handel vorantreiben, ein Bereich, in dem das Land noch viel Optimierungspotenzial hat.

 
Schlussfolgerungen
  • Insgesamt gesehen ist der Wandel in der Textilindustrie auf dem richtigen Weg. Es gibt aber noch viel zu tun und zu entwickeln, und es geht um weit mehr als nur Alternativen zu bieten. Von der Industrie wird jetzt erwartet, dass sie den Ansatz der Nachhaltigkeit standardisiert und gute Praktiken in Umwelt- und Sozialfragen anwendet. Auch die Rückverfolgbarkeit in der Wertschöpfungs- und Lieferkette ist dafür wichtig.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Änderung der Gewohnheiten, die jeder von uns als Verbraucher vornehmen muss. Diese Änderung sollte sich nicht auf die Textilindustrie beschränken, sondern für unseren Konsum im Allgemeinen gelten. Wenn wir ein billiges Produkt sehen, sollten wir darüber nachdenken, warum es so wenig kostet und unter welchen Bedingungen es produziert worden ist.
  • Was Peru betrifft, so hat das Land aufgrund seiner natürlichen Ressourcen und dem Heranwachsen neuer Unternehmergenerationen, die sich um die Anwendung bewährter, auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Verfahren bemühen, Wettbewerbsvorteile. Allerdings muss das Land technologische Fortschritte machen, um auf dem Markt wettbewerbsfähiger zu werden.
  • Bezüglich der Kosten muss der Textilunternehmer in einen nachhaltigen Herstellungsprozess investieren und diesen anschließend bei den Verbrauchern bekannt machen. Diese müssen verstehen, warum ein Produkt einen bestimmten Preis hat. Der Konsument muss lernen, ein Qualitätskleidungsstück zu schätzen, das den Anforderungen der Nachhaltigkeit entspricht.

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

 

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Yacón: eine gesunde und süße Alternative


Yacón: eine gesunde und süße Alternative

 

Herkunft

Yacon ist eine Knolle, ein entfernter Verwandter der Sonnenblume. Sie ist in den Anden beheimatet, insbesondere in den feuchten Bergen Perus und Boliviens, und ihr Anbau hat sich von Ecuador und Kolumbien bis nach Argentinien ausgebreitet.

Ihr Name leitet sich von dem Quechua-Wort “yaku” ab, das sich auf den Wassergehalt der Knolle bezieht.

 

Wie isst man Yacon?

Yacon kann roh oder gekocht gegessen werden. Sein Fruchtfleisch ist süß und die Konsistenz ähnelt der von Äpfeln. Gerieben und zu Salaten gegeben, ist er eine köstliche Alternative. In den Anden wird er oft gerieben und durch ein Tuch gepresst, um süße und erfrischende Getränke herzustellen. Es heißt, dass Yacon in der spanischen Kolonialzeit als Nahrung für Seeleute verwendet wurde.

Die Knolle ist knackig und verliert auch beim Kochen nicht ihre Knackigkeit, weshalb sie heute in der asiatischen Küche häufig verwendet wird.

Copyright: LovePik

 

Eigenschaften und Vorteile

Yacon hat zahlreiche Eigenschaften, die gesundheitsförderlich sind. Eine seiner wichtigsten Vorteile ist, dass er Insulin und Oligofruktose enthält, Zucker, die vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt werden, weshalb er die wichtigste Zutat für die Herstellung von Sirup für Diabetiker ist.

Yacon-Blätter werden auch zur Herstellung von Aufgüssen und Tabletten verwendet, die den Cholesterinspiegel senken.

So beeinflusst Yacon unsere Gesundheit positiv:

– Stimulierung der Funktion der Bauchspeicheldrüse.

– Senkung des Glukosespiegels im Blut.

– Verhinderung von Verstopfung.

– Prävention von Dickdarmkrebs.

– Senkung des Cholesterin- und Triglyceridspiegels im Blut.

– Regulierung des Blutdrucks.

– Prävention von Arteriosklerose und Osteoporose.

 

Vermarktung

Aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschaften und gesundheitlichen Vorteile hat sich der Anbau von Yacon seit den 2000er Jahren in Südamerika stark verbreitet. Mittlerweile wird Yacon in vielen Ländern der Welt angebaut, darunter Japan, Neuseeland, Südkorea, die Tschechische Republik, England, China, Taiwan, Italien und die Vereinigten Staaten.

Die wichtigsten aus Yacon gewonnenen Produkte sind:

– Honig

– Flocken

– Puder

– Getrocknetes Konzentrat

– Aufgüsse

– Tabletten

Die wichtigsten Exportländer für peruanischen Yacon sind die Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Südkorea, die Niederlande, Australien, Frankreich, Spanien, Kanada und China.

Vor allem in Japan ist die Markteinführung ein großer Erfolg. Japanische Wissenschaftler haben erwogen, Yacon als Quelle für gereinigtes Fruktan sowie für eine Reihe von verarbeiteten Produkten wie fermentierte Pickles, getrocknete Scheiben und Fruktose zu verwenden.

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel 

 

 

Hauptinformationsquellen:

International Potato Center

Universidad de los Andes, Fachbereich Administration 

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Offener Brief an den Botschafter der Republik Peru


Offener Brief an den Botschafter der Republik Peru

Botschaft der Republik Peru

z.Hd. S.E. Herrn Augusto David Teodoro Arzubiaga Scheuch

Taubenstraße 20

10117 Berlin

Frankfurt, 10. März 2023

Offener Brief: Unterstützung für peruanische Emprendedores/as

Sehr geehrter Herr Botschafter,

zunächst darf ich Sie in Deutschland recht herzlich willkommen heißen.

In Deutschland haben wir eine starke Gruppe an peruanischen Emprendedores/as. Etwa 1/6 der deutschen Unternehmen haben einen Migrationshintergrund und auch Peru übernimmt Verantwortung bei der Migrationsökonomie. Von den 11.500 PeruanerInnen in Deutschland und etwa gleich vielen Deutschen mit peruanischen Migrationshintergrund, gehen wichtige Impulse für die deutsche Wirtschaft aus.

Diese Emprendedores/as benötigen Ihre Unterstützung. Wir bitten Sie daher:

1. PromPerú in Hamburg bei deren vorzüglicher und wichtiger Arbeit zu unterstützen.

2. Sich bei deutschen Ministerien für die Entwicklung von Programmen für peruanische Emprendedores/as einzusetzen.

3. Auf EU-Ebene gemeinsam mit Ihren Kollegen Aufklärungsarbeit zu leisten.

Beispielhaft seien hier die Anforderungen im Rahmen des Europäische Green Deals genannt. Diese grundsätzlich zu begrüßende Initiative sorgt dafür, dass PYMES aus Peru nicht mehr lieferfähig sein werden und dass die Lieferkette zu den peruanischen Emprendedores/as in Deutschland gestört oder unterbrochen wird.

Leider sind bereits erste Auswirkungen festzustellen. Vorstellbar wäre eine deutsch-peruanische Initiative wie das Globus-Programm aus dem Jahre 2016 in Peru, um aufzuklären und Orientierung zu geben. Die GIZ und ADEX waren hierbei sehr aktiv.

Ich darf Ihnen am Schluss alles Gute für Ihre Zeit in Deutschland wünschen und eine glückliche Hand bei Ihren Entscheidungen.

Herzliche Grüße

Holger Ehrsam

Gesellschafter Ehrsam Peru-Consult GmbH

 

 

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2. Kongress für Entrepreneure:innen Deutschland-Peru


2. Kongress für Entrepreneure:innen
Deutschland-Peru
– Kurzzusammenfassung der Beiträge –

Eröffnung des Kongresses | Holger Ehrsam

Holger Ehrsam vermittelte in seiner Eröffnungsrede einen Überblick über die zentralen Themen des Kongresses für Entrepreneure:innen. Er verwies auf die Einmaligkeit der mit 22% hohen peruanischen Gründungskultur im Vergleich von 14% in Deutschland und hielt fest, dass etwa 20.000 Peruaner mit Migrationshintergrund zwischen 18-65 Jahren in Deutschland leben. Daher ist das Thema des Entrepreneurships auf höchster Ebene angekommen sei. Auch begrüßte er die Präsenz Perus auf den verschiedenen Messen wie der NEONYT in Düsseldorf, der Messe für nachhaltige Mode, der Ambiente in Frankfurt für Konsumgüter, der FruitLogistica in Berlin für Früchte und der Biofach in Nürnberg für Superfoods.  



Begrüßungsrede des Generalkonsuls von Peru aus Frankfurt | Carlos Linares

Der peruanische Generalkonsul Carlos Linares des Generalkonsultes der Republik Peru in Frankfurt und zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, betonte in seiner Begrüßungsrede, die Bedeutung eines starken Entrepreneurships in Deutschland für den Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in Peru. Dabei übernimmt nicht nur die Gastronomie eine wichtige Rolle, vielmehr hat Peru eine Breite an außergewöhnlichen Produkten zu bieten. Zum Abschluss seiner Rede lenkte er den Fokus auf die Unterstützung aller peruanischen Institutionen, auf die Verlass sei.


Zusammenarbeit Peru und Deutschland, PromPerú Büro Hamburg, Direktor Gycs Gordon

Der Direktor des Wirtschafts- und Handelsbüro aus Peru, PromPerú, mit Sitz in Hamburg wies auf die Bedeutung der Zusammenarbeit beider Länder hin.  Seit Januar 2014 steht das Büro der deutschen Wirtschaft in allen Fragen rund um die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu Peru mit Rat und Tat zur Seite. Es repräsentiert Peru auf Leitmessen für Lebensmittel und Getränke, für Mode und Dekoration, für Tourismus und für Sonderthemen wie Computer- und Videospiele. Darüber hinaus organisiert es Veranstaltungen wie den Peru on Tour Bus, der beispielsweise in Hamburg wie auch München zu sehen. PromPerú fördert Peru als gastronomisches Reiseziel für Deutsche. Sei es durch eine Pisco Master Class oder ein Presse-Dinner mit Superfoods. Auch in der Tourismusförderung ist PromPerú tätig und stellt das Land regelmäßig deutschen Reiseveranstaltern vor. Zusammenfassend wies er darauf hin, das Deutschland ein hohes Interesse an Peru hat, wie am Beispiel von Quinua gut zu erkennen ist, da diese heute überall im Handel zu finden ist.


Rockband mit Fanartikeln, Die Habaneros, Lima/Ingolstadt, Sängerin und Emprendedora Gloria Alvarez

Gloria Alvarez ist Sängerin und Mitbegründerin der Gruppe „Los Habeneros“ aus der Region Ingolstadt. „Die Habaneros“ stehen für lateinamerikanischen Rock. Die Namensgebung mit dem deutschen Artikel „die“ ist bewusst gewählt und drückt die Verbindung mit Deutschland aus. Gloria verknüpft ihr Hobby mit der Arbeit und startet den Verkauf von Merchandising mit Polos „Made in Peru“. Sie sollen neben Qualität auch ein cooles Design ausstrahlen. Der Verkauf ist zunächst auf Konzerten geplant und danach als Online-Handel. Weitere Produkte sind in Planung. Dazugehören Umhängegürtel oder Stirnbänder. Demnächst werden „die Habeneros“ beim von AUDI gesponserten Triathlon in Ingolstadt vor 1.000 Gästen auftreten. Der Start des Geschäfts war mit Hindernissen verbunden. Ihre „learnings“ hieraus sind, die Dinge einfach zu tun, da dabei am meisten gelernt werden, Kurse besuchen und der Austausch sowie nie die Motivation zu verlieren.


Der Persönliche Private Banker, Lima/Frankfurt, Malco Lara Del Pozo

Der Beitrag von Malco schaffte Klarheit für die Bedeutung. Er betreut Kunden ganzheitlich und umfassend in den Bereichen Kapitalaufbau und Vermögensanlage, Vorsorge und Risikoabsicherung sowie Finanzierung und Kapitalbeschaffung. Das ist Private Banking auf hohem Niveau. Er versteht es die Komplexität der Kapitalmärkte verständlich zu machen. Sein Service ist individuell auf den Kunden abgestellt und kombiniert mit der neuesten Technologie, um immer und von überall auf die wichtigen Informationen zugreifen zu können. Malco ist ein Experte mit jahrelanger Erfahrung in verschiedenen internationalen Finanzinstituten in Frankfurt. Seine Dienstleistungen werden in Deutschland genauso geschätzt wie in Peru.


Der offizielle Vertreter der deutschen Wirtschaft in Peru, Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer, Lima, Geschäftsführerin Antje Wandelt

Antje ist Geschäftsführerin der AHK Peru. Die AHK vertritt nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder und ist der offizielle Vertreter der deutschen Wirtschaft in Peru, sondern hat sich zu einer bedeutenden Plattform für den Handelsaustausch und den Transfer von Technologie und Know-How zwischen Deutschland und Peru entwickelt. Gegründet wurde die AHK 1968. Die AHK ist sowohl in Branchen wie Bergbau, Agribusiness, Healthcare sowie Energie & Wasser bestens aufgestellt und sie überzeugt auch in Querschnittsthemen wie Innovation, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Diversität, berufliche Bildung und rund um Compliance.


Knotenpunkt für eine regionale und internationale Gründer:innen-Szene

Ellen Bommersheim ist Geschäftsführerin der Kompass-Zentrum für Existenzgründungen Frankfurt am Main und sendete die Willkommensbotschaft, dass eine Gründung an Geld nicht scheitern sollte.

 

Liebe und Leidenschaft für Alpakamode, Nina P’itay, Lima, Gerente General Juan Carlos Aucahuasi

Juan Carlos ist Geschäftsführer von Nina P’itay – einem Familienunternehmen. Für Nina P’itay ist es eine Freude und ein Stolz, ein Kleidungsstück aus Alpaka entstehen zu lassen, das einer ganz besonderen Person geschenkt wird. Die Geschichte der Firma beginnt damit, dass seine Mutter den Kosenamen „Nina“ erhielt, was in Quechua „Feuer“ bedeutet. In der Kombination mit dem „Pitay“, was „gestrickt“ bedeutet, wurde eine einzigartige Marke mit dem Markenkern „Liebe“ und „Leidenschaft“ geschaffen. Die Modelle richten sich an Frauen, Männer und Kinder mit der klaren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit. Inzwischen können die Produkte nicht nur über den Fachhandel bezogen werden, sondern auch direkt vom Hersteller und sie sind innerhalb von 7 Tagen in Deutschland.


Alpakas aus Anden am Rhein, Alpakahof Höse, Pucallpa/Erpel, Emprendedora Marie Gutierrez

Marie setzte mit ihrem Alpakahof Erpel ihren Traum um. Erpel liegt in der Nähe von Bonn. Sie liebt Alpakas. Es gibt Führungen und einen eigenen Shop. Alpakas sind Herdentiere und die ersten beiden Stuten wurden bei einem Züchter im Sauerland erworben. Der Alpakahof hat viel Weidefläche für die Tiere und daher sind inzwischen fünf Alpakas auf dem Hof. Marie thematisierte in ihrem Vortrag, dass es naheliegend war auch Alpakaprodukte anzubieten, denn die Alpakafaser ist besonders schmutz- und geruchsabweisend und für ihre Langlebigkeit sowie Strapazierfähigkeit bekannt. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Wärmeisolation ganz hervorragend ist und etwa bis zu fünfmal wärmender als Schafwolle.


Herausforderungen Inka Foods, Lima, Gerente General Tatiana Rivera

Inka Foods ist ein Familienunternehmen, das seit 12 Jahren Produkte aus den nördlichen Hochland- und Regenwaldgebieten Perus auf eigenen Flächen anbaut und vermarktet. Bis Ende 2023 will Tatiana ein peruanisches Exportunternehmen werden. Eines der Kernprodukte von Inka Foods ist Quinua. Sei es weiße, Quinua oder schwarze Quinua. Tatiana erläuterte die einzelnen Schritte vom Anbau auf den eigenen Feldern über die Qualitätssicherung bis zur Lagerung. Tatiana schloss den Vortrag mit einem Bericht ihres Besuches auf der weltgrößten Messe für Bioprodukte, der Biofach in Nürnberg.


Die Natur am Herzen, Moda Natura, Chimbote/Frankfurt, Gründerin Zulma Lavado

Moda Natura bietet modische Accessoires aus einer innovativen Leder-Alternative an. Diese ist umweltfreundlicher und nachhaltiger als die herkömmlichen und zudem vegan. Die Produkte sind zertifiziert und handgefertigt. Dabei liegt es Moda Natura am Herzen, dass alle Produkte sowohl qualitativ hochwertig als auch nachhaltig hergestellt sowie aus außergewöhnlichen und lang haltbaren Materialien gefertigt sind. Nachhaltigkeit in der Mode ist aus Sicht von Zulma kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Daher ist eine ökologische und faire Produktion von Anfang (von der Rohstoffgewinnung) bis Ende (bis zur Auslieferung an unsere Kunden) ihr höchstes Anliegen. Ihr Respekt gilt dabei der Natur, den Tieren und den Menschen vor Ort.


Alltag und soziokulturelle Realität vereint bei Brochagorda, Lima/Leipzig, Emprendedora Cindy Messco, und Gonzalo Leandro

Cindy ist bildende Künstlerin, Mitbegründerin von Brochagorda und Schöpferin von Graphic Sound, wo Worte und Bilder triumphieren. Mit ihrem eigenen Stil baut Cindy Geschichten aus dem Alltag und soziokultureller Realität. Das Projekt will überraschen. Brochagorda wurde vor 9 Jahren als Kunstkollektiv gegründet. Die sogenannte “Chicha-Kultur” gab ihnen den ersten Anstoß, ihren grafischen Stil zu entwickeln.  Im Laufe der Zeit hat sich Brochagorda zu einer Marke mit einer Merchandising-Linie entwickelt hat. Hier gibt es zwei Linien: Textil mit Poloshirts, T-Shirts, Kleidern und andere Accessoires. Brochagorda ist bemüht seine Produkte stetig zu verbessern und mit Neuheiten aufzuwarten, um ihre Kunden immer wieder zu überraschen.


Zum Abschluss des Kongresses stellte Holger Ehrsam nochmals alle SpeakerInnen vor. Im Anschluss dankte er dem Team, den Unterstützern und Medienpartnern sowie den über 150 angemeldeten Besuchern.

Der nächste Kongress für Entrepreneurship Peru-Deutschland find am Er lud alle ein beim nächsten Event am 14.-15. März 2024 wieder dabei zu sein.


Unterstützer des 2. Kongress für Entrepreneure:innen Peru-Deutschland waren:

·      Malco Lara Del Pozo: Dein Private Banker – https://www.malco-laradelpozo.com/

·      Café Dailima, Spezialitätenkaffee, Frankfurt https://dailima.de/

·      Inka Markt, Lebensmittel aus Lateinamerika, Berlin: https://www.facebook.com/InkaMarkt.Berlin

·      GERDOCON, Whiskey, Pisco aus Peru, Erfurt: https://gerdocon.de/

·      Kompass Zentrum für Existenzgründung, Frankfurt: https://www.kompassfrankfurt.de/

·      Radio Contacto Latinoámeríca, Wiesbaden: https://www.radio-rheinwelle.de/index.php?id=contactolatino

·      Pyme TV https://pymetv.pe/ aus Lima

·      Generalkonsulat Peru in Frankfurt http://www.consulado.pe/es/Frankfurt/

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