Die Kulturkarte (Culture Map) – die 8 Dimensionen in Peru

Eduardo arbeitet in Deutschland in einem großen inhabergeführten Maschinenbaubetrieb und ist eine angesehene, zielstrebige und erfolgreiche Führungskraft. Er genießt bei seinem Team und bei der Geschäftsleitung höchstes Vertrauen. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen und deutsch-peruanischer Herkunft wurde Eduardo gebeten für 3-4 Jahre nach Peru zu gehen. Er soll in seiner Heimat das Vertriebs- und Servicebüro übernehmen und das vorhandene Team auf Vordermann bringen um ähnliche Ergebnisse wie in Deutschland zu erzielen.

Eduardo freut sich sehr endlich wieder dauerhat in seiner geliebten Heimat zu sein. „Ein Leichtes“, meint er und macht sich auf den Weg nach Lima. Er lebt zwar seit seinem Studium in Deutschland und nicht mehr in Peru, aber er verfolgt die Entwicklung in Peru täglich. Er ist auch laufend in engem Kontakt mit den Kollegen in Lima und einmal im Jahr über Weihnachten zu Besuch in Peru.

Fünf Monate nach der Übernahme seiner neuen Aufgabe in Lima will es mit dem neuen Teams nicht so richtig funktionieren. Die Ergebnisse im Verkauf sind unter den Erwartungen, die Motivation im Team wird täglich schlechter und Eduardo ist verzweifelt. Was macht er bloß falsch?

Kultur ist hochkomplex und Eduardo hat sich in den Jahren in Deutschland verändert und verhält sich aus Sicht seiner Kollegen “raro”.

Um Führungskräfte wie Eduardo in ihrer Arbeit zu unterstützen, setze ich im Rahmen von Workshops und Coachings (für Peruaner in Deutschland und für Deutsche in Peru und wie im Fall von Eduardo, von Peruanern  die in Deutschland waren und zurückkehren), die “Kulturkarte” (Culture Map) von Erin Meyer ein (Meyer, Erin (2016): The Culture Map: Decoding How People Think, Lead, and Get Things Done Across Cultures, New York, PublicAffairs.)

(Deutschland: durchgezogene Linie; Peru: gestrichelte Linie)

Die 8 Dimensionen

Die Kulturkarte stellt acht Dimensionen gegenüber. Diese sind, Kommunikation Low-Kontext und High-Kontext, Bewertung von Ergebnissen durch Kritik (Feedback), Überzeugungen (Werte und Glaubenssätze), Führung aus Sicht der Hierarchie (Machtdistanz), Treffen von Entscheidungen, Vertrauen (auf Beziehungen oder Fachwissen gründend), Äußerung von Meinungen (Umgang mit Unstimmigkeiten) und die Planung (Aufgaben werden nacheinander oder gleichzeitig erledigt).

Peruanische und die deutsche Kultur sind sehr unterschiedlich und es gibt hier viel zu tun. Interessant ist, würde man Peru mit China vergleichen, gäbe es hier kaum Unterschiede. In der Tat scheint die chinesische und peruanische Kultur sich bei den 8 Dimensionen sehr ähnlich zu sein.

Wichtig ist zu bemerken, dass die Ergebnisse auf Länderebene oder auf Regionen basieren. Eine einzelne Person kann dennoch eine andere Sichtweise haben, anders denken und fühlen, obwohl die Gesellschaft insgesamt anders erlebt wird.


Die Maßnahmen

Die Herausforderungen der Organisationen liegen im Erkennen und im Interpretieren von kulturspezifischen Unterschieden und die Reaktion darauf.

Es reicht nicht aus in einer anderen Kultur zu leben, um diese zu verstehen. Verstehen bedeutet nicht alle Unterschiede zu erkennen und diese zu respektieren und diese schließlich auszusöhnen.

Die Reaktion darauf ist Manager, Führungskräfte und Mitarbeiter das „Erkennen“ zu ermöglichen, um den Prozess des „Respektierens“ und der „Aussöhnung“ anzustoßen. Dies kann erfolgen durch eine Kombination aus Eigenstudium (beispielsweise durch das Überlassen von Büchern), durch Trainings (zur Vermittlung von Hintergrundwissen), durch Workshops (beispielsweise länderübergreifend die online durchgeführt werden, um das Wissen anzuwenden), durch ein Buddy-Konzept (beispielsweise sucht sich jeder Mitarbeiter einen Ansprechpartner aus einer anderen Kultur für den bilateralen Austausch), durch die Gründung einer internen Community zum Thema Interkulturalität im Unternehmen oder durch Coffee Breaks (das Treffen auf einen Kaffee kann in der Cafeteria, in der Etagenküche oder virtuell mit beispielsweise von zwei bis vier Teilnehmern aus verschiedenen Ländern durchgeführt werden).


Die eine Idee

Die eine Idee, die mich beeindruckte und ich anders als davor sehe, ist die Art und Weise wie Entscheidungen getroffen werden. Bisher hatte ich das mit der Kulturdimension der Power Distance von Geert Hofstede verbunden. Der Einfluss der Konsensbereitschaft auf Entscheidungen, also je höher der Wert „Konsens“ in einer Kultur ist, desto mehr Personen werden in den Entscheidungsprozess eingebunden, hatte ich bisher nicht betrachtet. So wird in Deutschland bei der Entscheidungsfindung viel diskutiert, während in Peru häufig das Netzwerk von Bekannten aktiviert wird um deren Meinung zu höhren, und dann wird die Entscheidung im Team kommuniziert.


Noch ein Wort

Noch ein Wort zum Buch. Erin Meier ist US-Amerikanerin. Sie verbrachte Zeit in Afrika, lebt jetzt in Paris und ist mit einem Franzosen verheiratet. Nach Stationen in verschiedenen Beratungsfirmen kam sie durch ihre Arbeit als Dozentin bei INSEAD, einer renommierten internationalen Wirtschaftsschule in Paris, in Kontakt mit zahlreichen Experten auf dem Gebiet der Interkulturalität. Erin Meyer erhielt zahlreiche Auszeichnungen unter anderem wurde sie mehrmals zu einer der weltweit wichtigsten Businessdenkerin gewählt.

Erin Meyer hat ihre Erfahrungen aus den Gesprächen und Kontakten mit anderen Kulturen zusammengefasst. Es sind nicht alle Länder untersucht worden und ob die empirische Erhebung einen validen Datensatz darstellt, ist zu hinterfragen.

Noch ein Wort zu Eduardo: Mit Eduardo und seinem Team führte ich Workshops durch und er selbst wurde von mir 12 Monate lang gecoacht. Die Ergebnisse in der Firma stellten sich sehr schnell ein. Noch heute stehe ich mit Eduardo in einem engen regelmäßigen Austausch.

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Die Stärke der Kleinstunternehmen – Warum kleine Marken im Vorteil sind

Die Stärke der Kleinstunternehmen – Warum kleine Marken im Vorteil sind

 

Einleitung

In der Markenführung denkt man oft an große Konzerne mit riesigen Marketingbudgets. Doch gerade Kleinstunternehmen haben entscheidende Vorteile, wenn es um den Aufbau einer authentischen Marke geht. Ihre Flexibilität, Nähe zum Kunden und schnelle Reaktionsfähigkeit machen sie zu starken Akteuren im Markt.

 

Was zeichnet Kleinstunternehmen aus?

Kleinstunternehmen sind Betriebe mit wenigen Mitarbeiter:innen und begrenzten Ressourcen. Diese vermeintlichen Einschränkungen können sich jedoch als Wettbewerbsvorteil erweisen:

  • Hohe Flexibilität: Entscheidungen können schnell getroffen und umgesetzt werden.
  • Nähe zum Kunden: Gründer:innen stehen oft direkt im Kontakt mit ihren Kund:innen und können Feedback unmittelbar einfließen lassen.
  • Authentizität: Persönliche Werte und die Gründerpersönlichkeit prägen die Marke sichtbar und glaubwürdig.

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Markenidentität schneller umsetzbar

Während große Unternehmen komplexe Abstimmungsprozesse durchlaufen müssen, können Kleinstunternehmen ihre Markenidentität direkt und unkompliziert leben. Dies ermöglicht:

  • eine schnellere Anpassung an Marktveränderungen,
  • die konsequente Umsetzung der eigenen Werte,
  • eine enge Bindung zwischen Identität und Markenimage.
 
Praxisbeispiele für Mikro-Vorteile
  • Ein Café mit wenigen Mitarbeiter:innen kann sofort auf Trends wie Nachhaltigkeit reagieren, etwa durch lokale Produkte oder Mehrwegbecher.
  • Eine kleine Beratungsfirma kann die persönliche Handschrift des Gründers klar als Markenkern etablieren.
 
Fazit

Kleinstunternehmen haben den Vorteil, dass sie ihre Markenidentität schneller, direkter und authentischer umsetzen können als große Konzerne. Für Gründer:innen bedeutet das: die eigene Persönlichkeit und Werte bewusst in den Mittelpunkt zu stellen und so eine unverwechselbare Marke zu schaffen.

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

Quelle: Seminararbeit von Holger Ehrsam

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Gründen zwischen Herkunft, Verantwortung und Zukunft 

Daniel, was ist AndenWelt – und was steckt hinter der Idee?

AndenWelt ist für uns mehr als ein Unternehmen. Wir bauen eine Marke auf, die natürliche und gesunde Produkte aus den Anden und dem Amazonas nach Deutschland bringt. Es geht um Geschmack, Ursprung und Leben. Uns ist wichtig, dass die Produkte nicht anonym sind, sondern ihre Herkunft respektieren und sichtbar machen.



Viele sprechen von Produkten – du sprichst von Ursprung. Warum ist dir das so wichtig?

Weil Herkunft Teil der Qualität ist. Gerade bei Lebensmitteln aus Regionen wie den Anden oder dem Amazonas geht es nicht nur um Inhaltsstoffe, sondern um Wissen, Tradition und Menschen. Wenn man das ausblendet, verliert das Produkt seinen Sinn. Wir wollen Transparenz und Respekt entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Du hast an unserem Exportkurs teilgenommen. Welche Bedeutung hatte das für deinen unternehmerischen Weg?

Der Exportkurs war für mich ein entscheidender Schritt. Er hat mir geholfen, meine Herkunft nicht nur emotional, sondern unternehmerisch zu übersetzen. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, die Geschichte und Qualität der Produkte in eine klare Marktlogik für Deutschland zu übertragen – ohne sie zu folklorisieren.

AndenWelt befindet sich noch im Aufbau. Wie gehst du mit dieser frühen Phase um?

Sehr bewusst. Wir wollen nicht schnell sein, sondern sauber. Gerade im Export ist es entscheidend, früh in Struktur, Planung und regulatorisches Wissen zu investieren. Zertifizierungen, Prozesse und Anforderungen lassen sich nicht nebenbei lösen – sie sind Teil des Geschäftsmodells.



AndenWelt befindet sich noch im Aufbau. Wie gehst du mit dieser frühen Phase um?

Sehr bewusst. Wir wollen nicht schnell sein, sondern sauber. Gerade im Export ist es entscheidend, früh in Struktur, Planung und regulatorisches Wissen zu investieren. Zertifizierungen, Prozesse und Anforderungen lassen sich nicht nebenbei lösen – sie sind Teil des Geschäftsmodells.


Welche Rolle spielt dein eigener Hintergrund als Diaspora-Gründer?

Eine sehr große. Als Diaspora-Gründer bewegt man sich automatisch zwischen zwei Welten. Der Exportkurs hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Brücken zu bauen, ohne Abhängigkeiten zu schaffen – also stabile Partnerschaften im Herkunftsland und im Zielmarkt aufzubauen, statt sich auf einzelne Kontakte zu verlassen.


Was würdest du anderen Gründer:innen grundsätzlich raten?

Beginnt mit Klarheit, nicht mit Perfektion. Denkt langfristig und bleibt nah an dem, was ihr tut. Unternehmertum ist kein Sprint, sondern ein Prozess, in dem Haltung und Konsequenz entscheidend sind.


Und welche konkreten Empfehlungen gibst du speziell Diaspora- und Export-Gründer:innen?

Erstens: Übersetzt eure Herkunft bewusst in Marktlogik. Authentizität wirkt nur dann, wenn sie für den Zielmarkt verständlich ist.
Zweitens: Investiert früh in regulatorisches und strukturelles Wissen – das spart später enorme Ressourcen.
Drittens: Baut Brücken, keine Abhängigkeiten. Netzwerke sind wichtig, aber nachhaltiges Wachstum braucht mehrere stabile Verbindungen auf beiden Seiten.


Wie siehst du die Zukunft von AndenWelt?

Ich sehe AndenWelt als ein Projekt mit Verantwortung. Wir wollen zeigen, dass Produkte aus den Anden und dem Amazonas nicht exotisiert werden müssen, sondern durch Qualität, Transparenz und Haltung überzeugen. Wenn uns das gelingt, haben wir als Gründer vieles richtig gemacht.


Daniel Vargas, vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Holger Ehrsam, MBA, Gründer von Ehrsam Peru-Consult

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Was passiert, wenn ein unternehmerischer Traum leiser wird – und trotzdem bleibt?

Dr. Anke Kaulard

Was passiert, wenn ein unternehmerischer Traum leiser wird – und trotzdem bleibt?

Die Geschichte

Peru, Kakao und der Weg einer Gründerin in der Diaspora prägen diese Geschichte – und genau darüber spricht Dr. Anke Kaulard auch auf der Peru–Deutschland Konferenz für Entrepreneure, wo sie ihre Erfahrungen teilt und über die Realität spricht, unternehmerische Träume Schritt für Schritt zu verfolgen.


 


Frau Dr. Kaulard, wenn Sie Ihre Geschichte beschreiben müssten – wo beginnt sie?

Sie beginnt eigentlich in Peru. Dort haben mein Mann und ich viele Jahre gelebt, gearbeitet und eine Familie gegründet. Peru ist für uns nicht nur ein Land, sondern ein Teil unseres Alltags und unserer Identität. Als wir nach Deutschland zurückgekommen sind, wollten wir diese Verbindung nicht verlieren.


Was war Ihre ursprüngliche unternehmerische Vision?

Mein Traum war – und ist es eigentlich immer noch –, verschiedene Dinge aus Peru einzuführen und hier zugänglich zu machen: Kunsthandwerk, Kakao, Kleidung. Nicht anonym, sondern mit Geschichte. Vielleicht in einem kleinen Showroom, wo man die Produkte sehen, anfassen und verstehen kann.


Heute betreiben Sie Ihr Gewerbe nebenberuflich. Warum?

Wir haben leider die Erfahrung gemacht, dass es sehr schwierig ist, ein solches Gewerbe hauptberuflich aufzubauen. Bürokratie, Zeit, finanzielle Risiken – all das hat uns dazu gezwungen, einen Schritt zurückzugehen und alles wieder auf nebenberuflich umzustellen. Das war nicht leicht, aber notwendig.


Wie geht man mit so einem Rückschritt um?

Man lernt Demut. Und Geduld. Nicht jede Gründung verläuft linear. Manchmal ist es wichtig, anzuerkennen, dass bestimmte Phasen des Lebens andere Prioritäten haben – Familie und Forschung zum Beispiel. Der Traum ist nicht weg, er ruht nur.


Welche Produkte stehen heute im Mittelpunkt Ihrer Arbeit?

Wir arbeiten mit verschiedenen nachhaltigen Produkten aus Peru, die uns persönlich am Herzen liegen: Pyjamas und Loungewear aus Peru, Schmuck aus dem peruanischen Amazonas, Majamboprodukte und die Trinkschokolade Pani Wayra für Kakaozeremonien und -treffs.


Was bedeutet Ihnen gerade die Schokolade für Kakaozeremonien und -treffs?

Sehr viel. Kakao ist für uns nicht einfach ein Produkt, sondern ein Ritual, etwas Verbindendes. Er steht für Achtsamkeit, Gemeinschaft und Herkunft. Diese Tiefe möchten wir weitergeben – auch hier in Deutschland.


Sie ziehen bald um. Ändert das etwas an Ihrer Perspektive?

Ja, sehr. Wir ziehen in ein großes Haus neben meine Eltern hier in der Eifel. Das gibt uns neuen Raum – nicht nur physisch, sondern auch gedanklich. Vielleicht entsteht dort irgendwann genau dieser kleine Showroom, von dem ich immer geträumt habe.


Was würden Sie anderen Gründer:innen – besonders in der Diaspora – mitgeben?

Dass es okay ist, Umwege zu gehen. Dass nicht alles sofort funktionieren muss. Und dass man sich erlauben darf, Träume anzupassen, ohne sie aufzugeben.


Wie sehen Sie Ihre Rolle zwischen Peru und Deutschland heute?

Als Brücke. Mein Mann bringt die peruanische Perspektive mit, ich die deutsche. Gemeinsam versuchen wir, etwas Ehrliches zu schaffen – auch wenn es klein anfängt.


Frau Dr. Kaulard, vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Holger Ehrsam, MBA. Gründer von Ehrsam Peru-Consult

 

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Vom Selbstbild zum Markenimage – Wie externe Wahrnehmung entsteht

Vom Selbstbild zum Markenimage – Wie externe Wahrnehmung entsteht

 
Einleitung

Eine Marke existiert nicht nur durch das, was ein Unternehmen über sich selbst sagt, sondern vor allem durch das, was Kund:innen wahrnehmen. Dieses externe Bild – das Markenimage – entsteht als Reaktion auf die Identität und die Aktivitäten der Marke. Für Gründer:innen ist es entscheidend zu verstehen, wie sich dieses Fremdbild formt und welche Rolle Emotionen dabei spielen.

 

Was ist das Markenimage?

Das Markenimage beschreibt die Gesamtheit der Vorstellungen, Gefühle und Assoziationen, die Konsument:innen mit einer Marke verbinden. Während die Identität das interne Selbstbild darstellt, bildet das Image das Spiegelbild im Markt. Beide sollten idealerweise im Einklang stehen.

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Die Rolle von Emotionen

Neben kognitiven Faktoren (Fakten, Informationen, funktionale Vorteile) spielen Emotionen eine zentrale Rolle:

  • Markentonalität: Persönlichkeit, Sprachstil und Ausdrucksweise.
  • Beziehungseigenschaften: Nähe, Vertrauen und Interaktionsmuster mit Kund:innen.
  • Erlebnisse: bewusste und unbewusste Erfahrungen, die den emotionalen Wert der Marke steigern.

Durch diese Faktoren entsteht ein psychosozialer Nutzen, der weit über funktionale Vorteile hinausgeht – etwa das Gefühl von Zugehörigkeit, Freude oder gesteigertem Selbstwert.

 

Messung der externen Wahrnehmung

Für Gründer:innen ist es wichtig, das Markenimage regelmäßig zu überprüfen. Dies kann durch:

  • Kundenbefragungen,
  • Feedback in sozialen Medien,
  • Analyse von Kundenbewertungen und Rezensionen erfolgen.

So lässt sich erkennen, ob das gewünschte Selbstbild auch wirklich im Markt ankommt.

 

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Fazit

Das Markenimage ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Identität und Markt. Wer als Gründer:in die externe Wahrnehmung aktiv misst und steuert, stellt sicher, dass die Marke nicht nur definiert, sondern auch gelebt wird. Ein starkes Markenimage ist letztlich der Schlüssel zu Vertrauen, Loyalität und langfristigem Erfolg.

 

 

Geschrieben von Mónica Valcárcel

Quelle: Seminararbeit von Holger Ehrsam

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Gino Paolo Valderas – Unternehmertum zwischen Herkunft, Haltung und zeitloser Eleganz

Gino Paolo Valderas – Unternehmertum zwischen Herkunft, Haltung und zeitloser Eleganz

Das Unternehmen Kokomomo

Mit Kokomomo hat Gino Paolo Valders eine Marke geschaffen, die bewusst leise spricht. Seine luxuriösen Kleidungsstücke aus feinster peruanischer Alpakawolle verzichten auf Klischees und setzen stattdessen auf Authentizität, Qualität und Respekt gegenüber Tradition und Menschen. Gino Paolo ist Teilnehmer des Exportkurses und spricht auf der im März stattfindenden Entrepreneur Konferenz Peru–Deutschland über sein Geschäftsmodell, seine Werte und den Weg, peruanische Handwerkskunst international neu zu positionieren.


Homepage: https://www.kokomomo.shop/


Wenn du Kokomomo beschreiben müsstest – was ist der Kern deiner Marke?

Kokomomo ist für mich eine Haltung zum Leben. Wir verkaufen nicht einfach Kleidung, sondern eine bewusste Entscheidung: langsamer zu konsumieren, Qualität über Quantität zu stellen und sich mit dem zu umgeben, was Sinn hat. Unsere Stücke sollen lange begleiten – nicht nur im Kleiderschrank, sondern auch im Alltag der Menschen.


Warum hast du dich bewusst gegen schnelle Modetrends entschieden?

Trends kommen und gehen, Haltung bleibt. Zeitlose Eleganz bedeutet für mich, dass ein Kleidungsstück nicht nach einer Saison an Relevanz verliert. Alpakawolle bietet dafür ideale Voraussetzungen: Sie ist langlebig, hochwertig und angenehm zu tragen. Unsere Designs sind bewusst reduziert, damit Material und Verarbeitung im Vordergrund stehen.


Alpaka wird oft folkloristisch vermarktet. Wie grenzt du dich davon ab?

Ich habe großen Respekt vor Tradition, aber ich glaube nicht, dass sie laut oder plakativ sein muss. Viele Produkte aus Peru werden über Exotik verkauft – das entspricht nicht meinem Verständnis von Wertschätzung. Wir arbeiten mit echter Tradition, mit handwerklichem Wissen und hochwertigen Materialien, aber übersetzen das in eine moderne, klare Formsprache. Ohne Klischees, ohne Inszenierung.


Welche Rolle spielt Verantwortung in deinem Geschäftsmodell?

Eine zentrale. Verantwortung beginnt bei der Auswahl der Materialien und reicht bis zur Art, wie wir kommunizieren. Respekt gegenüber den Menschen, die an der Herstellung beteiligt sind, ist für mich kein Marketingargument, sondern eine Grundhaltung. Nur so entsteht ein Produkt, das ehrlich ist.


Du hast am Curso de Exportación von Ehrsam Peru-Consult teilgenommen. Was hat sich dadurch verändert?

Sehr viel. Ich habe gelernt, mein Geschäftsmodell strategischer zu betrachten. Export bedeutet nicht nur, Produkte in ein anderes Land zu verkaufen, sondern kulturelle Erwartungen, Marktmechanismen und Positionierung zu verstehen. Der Kurs hat mir geholfen, Kokomomo klarer zu strukturieren und langfristiger zu denken – besonders im Kontext Deutschland–Peru.


Wie wichtig ist der Peru–Deutschland-Kontext für dich?

Er ist Teil meiner Identität. Ich sehe großes Potenzial darin, peruanische Produkte international neu zu erzählen – nicht als Souvenir, sondern als hochwertiges Designprodukt. Die Diaspora kann dabei Brücken bauen: zwischen Märkten, Kulturen und Denkweisen.


Was treibt dich als Gründer persönlich an?

Mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen. Ich glaube daran, dass Unternehmertum ein Spiegel der eigenen Werte ist. Kokomomo ist mein Weg, diese Werte sichtbar zu machen: bewusst leben, bewusst gestalten und Verantwortung übernehmen – für das, was wir schaffen und in die Welt bringen.


Gino Paolo Valderas, vielen Dank für das Interview!

 Das Interview führte Holger Ehrsam, MBA. Gründer von Ehrsam Peru-Consult

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