Online Shop Teil 1 – 7 Schritte für den Aufbau deines Online-Shops für Produkte aus Peru

7 Schritte für den Aufbau deines Online-Shops in Deutschland für Produkte aus Peru

So kannst du vorgehen um deinen eigenen Shop im Online-Handel für Produkte aus Peru zu starten. Dadurch kannst Alpaka-Schals, Superfoods oder Schmuck wunderbar verkaufen.

Grundsätzlich: Je mehr fremde Arbeit einbezogen wird, umso teuer wird dein Shop. Große Firmen investieren für den Aufbau eines Online-Shops in Deutschlands ungefähr 50.000 Euro. Wenn du Eigenleistung einbringst, Freunde hast die dich unterstützen und du dich Standardisierungen wie worpress und WooCommerce bedienst, dann kannst du mit unter 1.000 Euro starten.

Option 1 – für große Firmen

KostenpunktAktivitätGeschätzte Kosten
1Intensiv-Workshop mit E-Commerce-Berater für ein Wochenende5.000 €
2Shop-Software im Falle von Enterprise-Versionen mit SupportBis zu 20.000 €
3Design-Anpassungen100 € / Arbeitsstunde
4Software für Warenwirtschaft und Versand- handelBis zu 25.000 €
5Produktlager und Lagerausstattung5000 €
6Fotograf und Texter700 € / Tag
7Rechtsberatung2.500 bis 5.000 €

Option 2 – für Gründer die als Selbstständige starten wollen

KostenpunktAktivitätGeschätzte Kosten
1Eigene Recherchen im Internet0
2Open Source Shop-Software wie WooCommerce (plug-in bei wordpress)0
3Design-Anpassungen durch Freelancer in Peru200 €
4Software für Warenwirtschaft und Versandhandel wie JTL und pixi Einsteigerversion100 €
5Produktlager und Lagerausstattung bei dir zu Hause0
6Fotograf und Texter durch Freelancer oder Freunde300 €
7Rechtsberatung Standardtexte oder online Rechtsberatung inklusive Cookies300 €

Nützliche Links

Zu Schritt 2 Open Source Shop Software: https://woocommerce.com/

Zu Schritt 4 Warenwirtschaft: https://www.jtl-software.de/warenwirtschaft

Zu Schritt 7 Rechtsberatung: https://www.e-recht24.de/internes/seiten/8262-download-checkliste-abmahnung-onlineshop.html

Auf ein Wort zu WooCommerce und WordPress

WooCommerce wird als die weltweit populärste Lösung angesehen, um ein Online-Commerce zu organisieren. Hintergrund ist, dass WordPress selbst die meist eingesetzte Software für  Internetseiten ist (als ContentManagementSystem). Für die EU bzw. deutschen Marktvorgabe bietet sich “WooCommerce Germanized” an. Auch insbesondere in Verbindung mit Versandabwicklung, Lagerhaltung und Prozessoptimierung und das Ganze im Zusammenspiel mit zum Beispiel JTL.

Die Internetseite auf der du gerade bist wurde auch mit WordPress erstellt. Natürlich nicht von mir, sondern von jemanden der das schneller und besser kann als ich.

Dazu eine Anekdote: Nachdem ich mir ca 40 Stunden Videos in Youtube zu WordPress ansah, entschied ich mir einen Freelancer zu suchen, der die Seiten erstellt. Die 40 Stunden hätte ich etwas anderes machen können wie Zeit mit meiner Familie zu verbringen oder ein Buch übr 40 Seiten zu schreiben. Die Pflege, also neue Blogs zu erstellen oder Seiten einzurichten, das übeernehme ich. Sowohl die einfache Nutzung von WordPress als auch das Plug-In WooCommerce kann kostenfrei geschehen.


Hast du Fragen? Willst du mehr wissen, wie auch du dein eigenes Business in Deutschland aufbaust?

Dann schreibe mir an holger.ehrsam@peruconsult.de.

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Die Kulturkarte (Culture Map) – die 8 Dimensionen in Peru

Eduardo arbeitet in Deutschland in einem großen inhabergeführten Maschinenbaubetrieb und ist eine angesehene, zielstrebige und erfolgreiche Führungskraft. Er genießt bei seinem Team und bei der Geschäftsleitung höchstes Vertrauen. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen und deutsch-peruanischer Herkunft wurde Eduardo gebeten für 3-4 Jahre nach Peru zu gehen. Er soll in seiner Heimat das Vertriebs- und Servicebüro übernehmen und das vorhandene Team auf Vordermann bringen um ähnliche Ergebnisse wie in Deutschland zu erzielen.

Eduardo freut sich sehr endlich wieder dauerhat in seiner geliebten Heimat zu sein. „Ein Leichtes“, meint er und macht sich auf den Weg nach Lima. Er lebt zwar seit seinem Studium in Deutschland und nicht mehr in Peru, aber er verfolgt die Entwicklung in Peru täglich. Er ist auch laufend in engem Kontakt mit den Kollegen in Lima und einmal im Jahr über Weihnachten zu Besuch in Peru.


Fünf Monate nach der Übernahme seiner neuen Aufgabe in Lima will es mit dem neuen Teams nicht so richtig funktionieren. Die Ergebnisse im Verkauf sind unter den Erwartungen, die Motivation im Team wird täglich schlechter und Eduardo ist verzweifelt. Was macht er bloß falsch?

Kultur ist hochkomplex und Eduardo hat sich in den Jahren in Deutschland verändert und verhält sich aus Sicht seiner Kollegen “raro”.


Um Führungskräfte wie Eduardo in ihrer Arbeit zu unterstützen, setze ich im Rahmen von Workshops und Coachings (für Peruaner in Deutschland und für Deutsche in Peru und wie im Fall von Eduardo, von Peruanern  die in Deutschland waren und zurückkehren), die “Kulturkarte” (Culture Map) von Erin Meyer ein (Meyer, Erin (2016): The Culture Map: Decoding How People Think, Lead, and Get Things Done Across Cultures, New York, PublicAffairs.)


Die Kulturkarte

(Deutschland: durchgezogene Linie; Peru: gestrichelte Linie)

 


Die 8 Dimensionen

Die Kulturkarte stellt acht Dimensionen gegenüber. Diese sind, Kommunikation Low-Kontext und High-Kontext, Bewertung von Ergebnissen durch Kritik (Feedback), Überzeugungen (Werte und Glaubenssätze), Führung aus Sicht der Hierarchie (Machtdistanz), Treffen von Entscheidungen, Vertrauen (auf Beziehungen oder Fachwissen gründend), Äußerung von Meinungen (Umgang mit Unstimmigkeiten) und die Planung (Aufgaben werden nacheinander oder gleichzeitig erledigt).

Peruanische und die deutsche Kultur sind sehr unterschiedlich und es gibt hier viel zu tun. Interessant ist, würde man Peru mit China vergleichen, gäbe es hier kaum Unterschiede. In der Tat scheint die chinesische und peruanische Kultur sich bei den 8 Dimensionen sehr ähnlich zu sein.

Wichtig ist zu bemerken, dass die Ergebnisse auf Länderebene oder auf Regionen basieren. Eine einzelne Person kann dennoch eine andere Sichtweise haben, anders denken und fühlen, obwohl die Gesellschaft insgesamt anders erlebt wird.


Die Maßnahmen

Die Herausforderungen der Organisationen liegen im Erkennen und im Interpretieren von kulturspezifischen Unterschieden und die Reaktion darauf.

Es reicht nicht aus in einer anderen Kultur zu leben, um diese zu verstehen. Verstehen bedeutet nicht alle Unterschiede zu erkennen und diese zu respektieren und diese schließlich auszusöhnen.

Die Reaktion darauf ist Manager, Führungskräfte und Mitarbeiter das „Erkennen“ zu ermöglichen, um den Prozess des „Respektierens“ und der „Aussöhnung“ anzustoßen. Dies kann erfolgen durch eine Kombination aus Eigenstudium (beispielsweise durch das Überlassen von Büchern), durch Trainings (zur Vermittlung von Hintergrundwissen), durch Workshops (beispielsweise länderübergreifend die online durchgeführt werden, um das Wissen anzuwenden), durch ein Buddy-Konzept (beispielsweise sucht sich jeder Mitarbeiter einen Ansprechpartner aus einer anderen Kultur für den bilateralen Austausch), durch die Gründung einer internen Community zum Thema Interkulturalität im Unternehmen oder durch Coffee Breaks (das Treffen auf einen Kaffee kann in der Cafeteria, in der Etagenküche oder virtuell mit beispielsweise von zwei bis vier Teilnehmern aus verschiedenen Ländern durchgeführt werden).


Die eine Idee

Die eine Idee, die mich beeindruckte und ich anders als davor sehe, ist die Art und Weise wie Entscheidungen getroffen werden. Bisher hatte ich das mit der Kulturdimension der Power Distance von Geert Hofstede verbunden. Der Einfluss der Konsensbereitschaft auf Entscheidungen, also je höher der Wert „Konsens“ in einer Kultur ist, desto mehr Personen werden in den Entscheidungsprozess eingebunden, hatte ich bisher nicht betrachtet. So wird in Deutschland bei der Entscheidungsfindung viel diskutiert, während in Peru häufig das Netzwerk von Bekannten aktiviert wird um deren Meinung zu höhren, und dann wird die Entscheidung im Team kommuniziert.


Noch ein Wort

Noch ein Wort zum Buch. Erin Meier ist US-Amerikanerin. Sie verbrachte Zeit in Afrika, lebt jetzt in Paris und ist mit einem Franzosen verheiratet. Nach Stationen in verschiedenen Beratungsfirmen kam sie durch ihre Arbeit als Dozentin bei INSEAD, einer renommierten internationalen Wirtschaftsschule in Paris, in Kontakt mit zahlreichen Experten auf dem Gebiet der Interkulturalität. Erin Meyer erhielt zahlreiche Auszeichnungen unter anderem wurde sie mehrmals zu einer der weltweit wichtigsten Businessdenkerin gewählt.

Erin Meyer hat ihre Erfahrungen aus den Gesprächen und Kontakten mit anderen Kulturen zusammengefasst. Es sind nicht alle Länder untersucht worden und ob die empirische Erhebung einen validen Datensatz darstellt, ist zu hinterfragen.

Noch ein Wort zu Eduardo: Mit Eduardo und seinem Team führte ich Workshops durch und er selbst wurde von mir 12 Monate lang gecoacht. Die Ergebnisse in der Firma stellten sich sehr schnell ein. Noch heute stehe ich mit Eduardo in einem engen regelmäßigen Austausch.

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Diese 5 Fehler solltest du als peruanischer Gründer/Selbstständiger in Deutschland unbedingt vermeiden

Die wichtigsten Fakten:
-Newsletter braucht Double Opt-In
-Online-Handel mit Bioprodukten braucht Bio-Zertifizierung
-Online-Handel mit Lebensmitteln (auch Superfoods/Kaffee) braucht ein Hygienekonzept
-Registrierung der eigenen Marke
-Bei Bilddatenbanken die Lizenzbedingungen prüfen

 

 

 

 

 

Diese 5 Fehler solltest du als peruanischer Gründer/Selbstständiger in Deutschland unbedingt vermeiden.

Es sind Fehler, auf die wir bei unserer Arbeit mit Peruanern im wieder stoßen und die aus Unwissenheit heraus passieren. Da gegen geltende Gesetze verstoßen wird, liegt früher oder später ein Abmahnungsbrief eines Anwalts im Briefkasten. Das bedeutet nicht nur unnötige Arbeit, sondern kann auch ins Geld gehen.


Fehler Nr. 1 – Beim Newsletter fehlt das Double Opt-In

Eine junge Bloggerin für Persönlichkeitsentwicklung in Peru aus Nordrhein-Westfalen bietet einen Newsletter auf ihrer Homepage an. Dort habe ich mich angemeldet und erhielt prompt die Begrüßungsmail. Was fehlte war eine Mail mit einem Link zur Bestätigung der Anmeldung und damit ein Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung.

Der Fehler liegt in der Online-Anmeldung zum Newsletter. Dies muss zwingend ein Double Opt-In sein. Das Problem liegt also im Anmeldeverfahren für werbliche Kontaktaufnahmen. Das heißt, die Anmeldung erfolgt auf deiner homepage (Erstes Opt-In) und danach erhält der Eintragende eine gesonderte Mail die einen Link erhält und der vom Nutzer bestätigt werden muss (Zweites Opt-In = Double-Opt-In). Fehlt dieser zweite Schritt, dann würde gegen Rechtsprechung verstoßen.

Double Opt-In Anmeldelink in einer Mail

Der Newsletter ist ein ganz wichtiges Instrument im Mobile Marketing, denn du hast die Erlaubnis Kontakte anzuschreiben und Nachrichten von dir kommen bei ihnen auch an. Anders als in den sozialen Medien. Dort entscheidet ein Algorithmus, wem dein Post gezeigt wird. Bei einem Newsletter hast du die absolute Inhalts-, Gestaltungs- und Datenhoheit.

Nützliche Links:

Bundesministerium: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Digitale-Welt/europaeische-datenschutzgrundverordnung.html

IHK Frankfurt: https://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/uebersicht-alle-rechtsthemen/datenschutzrecht/anwendungsbereich-der-europaeischen-datenschutzgrundverordnung-5192890


Fehler Nr. 2 – Verkauf von Bio-Produkten aus Peru im eigenen Online-Shop ohne Bio-Zertifizierung

Eine Peruanerin die in Hannover lebt kaufte Maca in Bio-Qualität bei einem deutschen Großhändler in Hamburg ein und verkaufte es an ihre Kunden. Sie selbst hat sich nicht “Bio”- zertifizieren lassen und verstieß damit gegen die Verordnung der Europäischen Gemeinschaft.

Der Fehler den wir sehen, liegt in der fehlenden Bio-Zertifizierung als Online-Händler. So werden beispielsweise Maca, Quinoa oder Chia aus Peru in Bio-Qualität beworben oder verkauft, ohne dass der Online-Händler in Deutschland sich selbst hat zertifizieren lassen. Fehlt dies Zertifizierung, dann wird gegen das Gesetz verstoßen.

Beispiel für ein gutes Impressum:

Sunday Products: Bio-Zertifizierung durch DE-ÖKO-001

Jeder Unternehmer, der ökologische/biologische Erzeugnisse erzeugt, aufbereitet, lagert, aus einem Drittland einführt oder in Verkehr bringt (oder die vorgenannten Tätigkeiten an Dritte vergeben hat), unterliegt der Melde-und Kontrollpflicht nach Art. 28 der VO (EG) 834/07″ (Quelle: Händlerbund).

In Deutschland bieten zahlreiche Bio-Zertifizierungsstellen ihre Dienste an.

Nützliche Links:

Händlerbund: https://www.haendlerbund.de/de/ratgeber/branchen/3751-bioprodukte

Europäische Union: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex%3A32007R0834

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html


Fehler Nr. 3: Verkauf von Superfoods/Kaffee/Kakao im eigenen Online-shop ohne Hygienekonzept

Zwei junge Peruaner aus dem Rhein-Main-Neckar Gebiet importierten Kaffee aus Peru und lagerten diesen zu Hause. Ein Hygienekonzept für die Lagerung von Lebensmittel fehlte. Das war ein Verstoß gegen die Lebensmittelhygiene.

Das HACCP oder “Hazard Analysis Critical Control Point” gilt weltweit und umfasst “Betriebe, die gewerbsmäßig Lebensmittel herstellen, behandeln und in Verkehr bringen”. Seit dem 01.01.2006 gelten die EU-Verordnungen des so genannten “Lebensmittelhygienepaketes”. Sie sind in allen Mitgliedstaaten unmittelbar anzuwendendes Recht.

Lebensmittelhygiene ist ein ganz wichtiges Thema und bringt auch für einen Online-Shop Anforderungen. “In Verkehr bringen” bedeutet den Handel und das ist unabhängig davon, ob ein eigenes Lager existiert oder nicht. In Deutschland kann jeder mit Lebensmittel handeln. Er muss nur die Gesetze beachten. Die Überprüfung erfolgt durch Lebensmittelkontrolleure der zuständigen Behörde. Häufig ist es das Ordnungsamt. Die Kontrolleure kommen zum Sitz des Online-Shops und lassen sich das Dokument des Hygienekonzepts zeigen. Sie inspizieren die Lagerräume und gehen Schritt für Schritt die Warenannahme inklusive der Qualitätskontrolle durch.

Stadt Frankfurt am Main: Aufgabenbeschreibung Ordnungsamt

Nützliche Links:

IHK Potsdam: https://www.ihk-potsdam.de/ihk-service-und-beratung/brancheninfos2/handel/lebensmittelhygiene-2329890

SGS: https://www.sgsgroup.de/

IHK Stuttgart: https://www.stuttgart.ihk24.de/branchen/tourismus/gastronomie/regelungen/haccp-673556

Stadt Frankfurt am Main, Ordnungsamt: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/ordnungsamt/veterinaerwesen/ueber-uns


Fehler Nr. 4: keine Registrierung der eigenen Marke/Logos

Zwei junge Peruaner aus dem Rhein-Main-Neckar Gebiet entwickelten ein eigenes Logo und eine eigene Marke für Kaffee aus Peru. Diese Marke wurde weder in Peru noch in Deutschland rechtlich geschützt. Dadurch kann ein Dritter jederzeit die Marke für sich anmelden und die beiden jungen Peruaner dürfen diese nicht mehr verwenden. Die eigene Marke ist dadurch schutzlos.

Ob Superfoods, Schmuck oder Textilien, der Schutz der eigenen Marke ist wichtig. Das braucht es, damit der Name des Produktes oder der Firma abgesichert ist. Heute und für die Zukunft. Fehlt die Registrierung kann ein anderer die gleiche Marke und den gleichen Namen anmelden und erhält den 10-jährigen Markenschutz.

Du kannst eine Marke selbst eintragen oder einen Dienstleister es übernehmen lassen. Bei der Internetsuche nach Dienstleistern findest du zahlreiche Anwaltskanzleien, die dich dabei unterstützen.

Deutsches Patent- und Markenamt, München

Hilfreiche Links

IHK Frankfurt am Man

IHK München

Deutsches Marken- und Patentamt, München

Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, Sevilla


Fehler Nr. 5: Bilder aus dem Internet ohne Genehmigung

Eine peruanische Händlerin von Superfoods gründete in Berlin ihre eigene Firma. Für die Gestaltung der Webseite nutzte sie Bilder aus dem Internet, die nicht für den gewerblichen Gebrauch eingesetzt werden durften. Damit verstieß sie gegen das Urheberrecht.

Es hat sich herumgesprochen, dass du Bilder aus dem Internet nur mit Genehmigung des Rechteinhabers nutzen darfst.

Lizenzbedingungen www.canva.com

Wenn Datenbanken Bilder kostenlos zur Verfügung stellen, solltest du unbedingt die Lizenzbedingungen lesen und diese downloaden. Weniger kritisch ist die Verwendung von Bildern meist für die private Nutzen. Bei der gewerblichen Nutzung ist die Verwendung grundsätzlich immer strenger. Lies dir deshalb ganz genau die Lizenbedingungen und drucke sie dir aus. Hintergrund: Lizenzbedingungen können sich ändern und diese werden dann einfach im Internet hochgeladen, ohne das du davon erfährst.

 

Nützliche Links:

IHK Schwerin: https://www.ihkzuschwerin.de/servicemarken/presse/aktuelles-aus-medien-und-web/bildrechte-im-internet-4863902

IHK Niederbayern: https://www.ihk-niederbayern.de/beratung-service/recht/gewerbliche-schutzrechte/urheberrechte-im-internet-4393782

Bilddatenbank: https://www.pexels.com/de/freie-und-kostenlose-bilder-finden/

Bilddatenbank: https://www.canva.com/

Bilddatenbank: https://unsplash.com


Autor: Holger Ehrsam, Business Experte Peru, Gesellschafter von Ehrsam Peru-Consult GmbH

In eigener Sache: Wir stellen auf dieser Seite unsere eigenen Erfahrungen dar. Obwohl die Informationen gewissenhaft recherchiert wurden, ersetzt dieser Blogbericht keine anwaltliche Beratung. Ich empfehle dir sehr einen spezialisierten Anwalt deiner Wahl zu konsultieren. Darüber hinaus übernehme ich zudem keine Haftung für die zur Verfügung gestellten Informationen.

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Marke schützen – 10 Dinge die du wisssen musst für dein Peru Business in Deutschland

Die wichtigsten Fakten
– Eigene Ideen zum Namen und zum Logo vorab im Register recherchieren
– Wort-Bild Marke mit einer Agentur entwickeln
– Wort-Bild Marke selbst anmelden oder spezialisierten Anwalt beauftragen
– Nach 3-6 Monaten ist die Wort-Bild Marke eingetragen

Du hast eine Firma mit Logo und in Deutschland noch nicht registriert? Dann riskierst du das ein anderer deine Marke anmeldet und du nicht mehr mit dieser arbeiten darfst.

Ob Superfoods oder Textilien, die große Schwäche peruanischer Firmen und Firmen von Peruanern in Deutschland ist, dass ihre Marke einfach unbekannt ist und darüber hinaus noch ungeschützt. Die kleinen und großen Händler in Deutschland verkaufen Produkte aus Peru unter ihrer Marke. Sie kleben einen Sticker auf Verpackungen mit Panela, Maca, Quinua, Ingwer, Kaffee aus Peru oder lassen Etiketten in T-Shirts, Blusen, Hemden aus Peru nähen. So bleibt der peruanische Hersteller dem deutschen Konsumenten unbekannt.

Einige Firmen aus Peru und Firmen von Peruanern in Deutschland gehen einen anderen Weg. Sie haben bereits ihre Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt in München angemeldet.

Foto: Ansicht des Gebäudes in München mit Blick von der Boschbrücke


Peruanische Marken in Deutschland

Hier findest du Beispiele aus der Suchfunktion des Deutschen Patent- und Markenamts für in Deutschland und Europa eingetragene Marken. Darunter sind auch Kunden von Ehrsam Peru-Consult:


Perkeo für Lampen und Lampenteile wurde als erste (Wort-)Marke- unter der Registernummer 1 – ins Markenregister eingetragen


Warum ist es gut die eigene Marke in Deutschland zu schützen? Wie ist das Vorgehen? Was sollte beachtet werden?

10 Dinge die du wissen solltest für Deutschland

1. Eine Marke einzutragen ist nicht teuer. Es startet mit etwa 300 Euro für die Anmeldung.

2. Du kannst eine Marke selbst eintragen oder einen Dienstleister es übernehmen lassen. Bei der Internetsuche nach Dienstleistern findest du zahlreiche Anwaltskanzleien, die dich dabei unterstützen. Die Kosten variieren. Einige Beispiele sind www.fixmarke.de, www.markenservice.net, www.anwalt-kg.de, www.kanzlei.biz . Natürlich gibt es noch viele weitere Anbieter.

3. Eine Marke einzutragen ist sinnvoll. Nicht wer der Erste bei der Marke ist hat die Rechte, sondern wer die Marke als Erster eingetragen hat. Du schützt damit ein Recht. Ähnlich wie bei einem Grundstückskauf, dass im Grundbuch eingetragen wird.

4. Achte darauf, dass du keine anderen Marken verletzt.

5. Eine Marke ist mehr, als du vielleicht erahnst. Du kannst Wortmarken schützen oder Bildzeichen oder eine Wort-Bildmarke.

6. Eine Marke soll auch gepflegt werden. Es ist empfehlenswert das Markenregister regelmäßig zu überprüfen.

7. Es sind verschiedene Schritte bis zur Marke: Von der Eintragung zur Anmeldung.

8. Wie gehst du mit Markenrechtsverletzungen um. Du kannst Widerspruch einlegen oder mit einer Abmahnung vorgehen. Lass dich hier am besten beraten.

9. Die Eintragung der Marke dauert einige Monate (etwa 3-6 Monate) und deine Marke ist 10 Jahre geschützt. Das ist ähnlich wie in Peru bei INDECOPI: https://www.indecopi.gob.pe/tupa

10. Tipp: Auch wenn du die Marke selbst eingetragen kannst, ist die Einbindung eines Anwalts sehr empfehlenswert.


Die Schritte zur Anmeldung

1. Vor dem Design des Logos und des Namens unbedingt beim Deutsches Marken- und Patentamt, München recherchieren, um eine Markerechtsverletzung zu vermeiden.

2. Ausfüllen eines Antragsformulars. Das Formular ist auf der Seite des Deutsches Marken- und Patentamt, München erhältlich.

3. Aufführen aller Produkte und Dienstleistungen, die mit der Marke gekennzeichnet werden.

4. Ist alles formell in Ordnung und stehen keine Hindernisse für die Eintragung entgegen, erfolgt die Veröffentlichung der Eintragung.


Anmeldung in Europa

Mit der “Unionsmarke” sicherst du dir die Rechte für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Die Anmeldung  erfolgt beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Dieses hat seinen Sitz in Alicante in Spanien.

  • Die Anmeldung erfolgt bevorzugt Online. Hier geht es zum Link.
  • Im Unterschied zu Deutschland liegt die Grundgebühr über der Gebühr für eine Anmeldung in Deutschland und beinhaltet eine Klasse. Weitere Klassen können gegen ein Aufgeld dazugebucht werden.

Wie in Deutschland auch ist die Marke 10 Jahre geschützt und dieser Schutz kann immer verlängert werden.


Fazit

Der Schutz der eigenen Wort-Bild Marke ist der Schutz des geistigen Eigentums und lohnt sich. Die Anmeldung selbst ist zügig und geht fast selbsterklärend. Es ist wichtig vorab eine gewisse Recherche zu betreiben. Wer auf einer sichereren Seite sein möchte, der bindet einen spezialisierten Anwalt ein.


Hilfreiche Links

IHK Frankfurt am Man

IHK München

Deutsches Marken- und Patentamt, München

Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, Sevilla


Über den Autor: Holger Ehrsam ist Business Experte für Deutschland und Peru, Autor zahlreicher Bücher und TV-Experte. Er lebt in Lima und Frankfurt am Main.

In eigener Sache: Wir stellen auf dieser Seite unsere eigenen Erfahrungen dar, denn ich bin kein Jurist. Obwohl die Informationen gewissenhaft recherchiert wurden, ersetzt dieser Blogbericht keine anwaltliche Beratung. Ich empfehle dir sehr einen spezialisierten Anwalt deiner Wahl zu konsultieren. Darüber hinaus übernehme ich zudem keine Haftung für die zur Verfügung gestellten Informationen.

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