Warum Peru bei deutschen Firmen so beliebt ist

  • -

Warum Peru bei deutschen Firmen so beliebt ist

Peru zählt zu den vielversprechendsten Zukunftsmärkten in den Emerging Markets. Für Mittelständler wie Fincite und Großunternehmen wie Fresenius scheint eine Zusammenarbeit und Expansion nur folgerichtig. Neben enormen Chancen bergen Markteintritt jedoch nicht nur wegen interkulturellen Unterschieden auch einige Schwierigkeiten.

Deutschland ist inzwischen enger mit Peru verbunden. Über die peruanische Gastronomie mit „Ceviche“ und „Pisco Sour“ hinaus sind zahlreiche Firmen in Peru tätig.


So lässt die Softwarefirma Fincite GmbH aus Frankfurt in Arequipa, dem „silicon vallley“ Perus, Software programmieren, die Perú Puro GmbH aus Frankfurt lässt hochwertigen Kakao verarbeiten, die GIZ, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, aus Eschborn unterhält ein eigenes Büro in Lima und fördert die deutsch-peruanische Zusammenarbeit, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V. hat mehr als 60 Mitarbeiter in Peru die im Umweltbereich tätig sind und die Fresenius Gruppe aus Bad Homburg ist im Health Care in Peru tätig. Heinz Glas aus Oberfranken stellt “frascos de vidrio” also Glasflakons in Lima her und beschäftigt 300 Mitarbeiter. Schmuck, Alpaka-Mode, Tourismus, Interkulturelle Beratung, Nachrichtenportale, Blogger, Fussballlehrer sind weitere Beispiele.

>>> Newsletter zu Peru: www.peruconsult.de/newsletter


 

Investitionsperle Peru

Dank seiner wirtschaftsfreundlichen Politik bietet Peru für ausländische Investoren eine Vielzahl lukrativer Investitionsmöglichkeiten. Ein Markteinstieg in Peru birgt aber auch Risiken, da Kaufkraft, Bildungsmöglichkeiten und Mentalitäten je nach Region sehr unterschiedlich sein können.


 

Ein Andenstaat dreieinhalbmal so groß wie Deutschland

Peru, im westlichen Südamerika gelegen, ist flächenmäßig der drittgrößte Staat Südamerikas. Mit einer Fläche von 1.285.220 km2 ist er dreieinhalbmal so groß wie Deutschland.

Das Land ist in drei Landschaftszonen unterteilt: Der Küstenstreifen macht etwa 10 Prozent der Fläche aus, die Gebirgsregion der Anden 30 Prozent und der Regenwald etwa 60 Prozent. Aus geografischer Sicht müsste Peru daher als „Regenwaldstaat“ und nicht als „Andenstaat“ bezeichnet werden. Rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung (32.16 Mio. per 2018) lebt in der Hauptstadt Lima.


 

Politischer Wandel vom Zentralismus zu Dezentralisierung

Die Republik Peru wird von einem Präsidenten regiert, der alle 5 Jahre direkt vom Volk gewählt wird. Eine direkte Wiederwahl ist nicht möglich. Dieser Staatspräsident ist zugleich Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Regierungschef. Zusammen mit dem Kongress führt er die Regierungsgeschäfte.

2003 wurde ein grundsätzlicher Kurswechsel vom jahrhundertelangen Zentralismus hin zu einer vorsichtigen Dezentralisierung durchgeführt. In den 25 Regionen Perus werden seitdem die Regionalpräsidenten und die regionalen Regierungen direkt vom Volk gewählt. Ziel ist die Bildung einer bürgernahen Verwaltung, die sich um die Belange der kleinen Leute kümmert. Damit soll das Wirtschaftswachstum der Regionen verstärkt werden.


Positive Wirtschaftsentwicklung

Peru hält weiterhin an seiner wirtschaftsfreundlichen und offenen Politik fest. Diese ist seit zehn Jahren für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes verantwortlich, unterstützt von einem stabilen makroökonomischen Umfeld.

Der Andenstaat Peru hat in den letzten zehn Jahren eine der höchsten Wachstumsraten Lateinamerikas verzeichnet. Für 2019 prognostiziert die Weltbank erneut positive Zahlen. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) soll demnach um 3,8 Prozent ansteigen, was im Vorjahresvergleich zwar einen Rückgang von 0,1 Prozent bedeutet, doch im Vergleich der wirtschaftlich bedeutenden Staaten der Region belegt Peru damit trotzdem Platz eins. In der Region Lima werden mit etwa einem Drittel der Bevölkerung rund 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts generiert.

Für die hohe Wachstumsrate des BIP macht die peruanische Regierung eine erhöhte Inlandnachfrage und den Anstieg privater Investitionen verantwortlich. Diese sollen 2019 gemäß dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen MEF (Ministerio de Economía y Finanzas) um 7,5 Prozent zunehmen. Bei den öffentlichen Investitionen hingegen sieht die Prognose nicht ganz so positiv aus. Zwar sollen auch sie um 4,5 Prozent steigen, doch damit lägen sie deutlich unter der für 2018 prognostizierten Zuwachsrate von 14 Prozent.

>>> Newsletter zu Peru: www.peruconsult.de/newsletter


20 Freihandelsabkommen und OECD-Beitritt als Ziel

In den letzten 20 Jahren hat Peru mehr als 20 Freihandelsabkommen abgeschlossen. 2013 trat das Abkommen zwischen der Europäischen Union, Kolumbien und Peru in Kraft. Im Februar 2018 jenes mit Australien. Und für 2019 ist ein weiteres Freihandelsabkommen zwischen Peru und Indien geplant.

Zusätzlich unterzeichnete Peru im März 2018 gemeinsam mit 10 anderen Staaten des pazifischen Raums das Abkommen über die Umfassende und Fortschrittliche Transpazifische Partnerschaft (CPTPP), nachdem die USA aus der ursprünglich vorgesehenen Transpazifischen Partnerschaft (TPP) ausgestiegen sind. Die heutigen Freihandelsabkommen decken etwa 90 Prozent des peruanischen Handelsvolumens ab.


Ausländische Investoren stützten die peruanische Wirtschaft

Eine wichtige Stütze der peruanischen Wirtschaft sind ausländische Investitionen. Sie sind zu einem grossen Teil für den erstaunlichen Wirtschaftsaufschwung der letzten zehn Jahre verantwortlich. Entsprechend legt auch die amtierende Regierung ihren Schwerpunkt auf Massnahmen zur Anziehung ausländischer Investoren.

Die peruanische Regierung hat diverse Infrastrukturprojekte geplant, die interessante Investitionsmöglichkeiten für ausländische Geldgeber bieten. So ist beispielsweise in Cusco der Bau eines neuen internationalen Flughafens vorgesehen.

Trotz der Bemühungen zur Diversifizierung der Wirtschaft, die Teilerfolge verzeichnen, bleibt Peru in erster Linie Rohstofflieferant. Der Bergbausektor hält einen Anteil von rund 50% der Exporterlöse.


Was es beim Markteintritt zu beachten gilt

Mehr als 400 deutsche Unternehmen sind durch eigene Niederlassungen, Tochtergesellschaften oder freie Handelsvertreter mit ihren Dienstleistungen und Produkten in Peru vertreten.

Ein Markteinstieg für deutsche Unternehmen in Peru bietet besondere Chancen, birgt aber auch Risiken. Marktpotential, Kaufkraft, Bildungsniveau und Mentalität sind im Andenstaat sehr heterogen. Als erster Schritt ist daher der Zielmarkt zu klären und zu prüfen, ob Produkt- und Leistungsprofil auf die Hauptstadt Lima, die Provinz oder auf den gesamten Staat ausgerichtet wird.

Der Aufbau eines eigenen Vertriebs oder das Eingehen von Vertriebskooperationen ist eine erste wesentliche, strategische Entscheidung. In beiden Fällen ist die Anwesenheit vor Ort notwendig. Bei Vertriebskooperationen kann es passieren, dass der Partner gleichzeitig direkt oder indirekt auch für weitere Wettbewerber tätig ist. Ein eigener Vertriebsmitarbeiter ist daher empfehlenswert.

Peru bietet vollständige rechtliche und steuerliche Gleichbehandlung für ausländische Tochtergesellschaften. Es besteht ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union, jedoch kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland. Der Transfer von Gewinnen ins Ausland ist ohne Einschränkungen möglich.


>>> Newsletter zu Peru: www.peruconsult.de/newsletter


Breit diversifizierte Exporte

Peru ist hier zu Lande vor allem für seine ausgezeichnete Gastronomie und den Tourismus bekannt. Doch der Andenstaat hat weit mehr zu bieten als Machu Picchu und Pisco Sour.

Perus Angebot für deutsche Einkäufer beispielsweise ist breit diversifiziert. Der Fokus liegt auf der Agrarindustrie, der Textil- und Modebranche, Software, Möbel und Holz, Tourismus und Rohstoffe. Der jährliche Warenwert der Importe aus Peru nach Deutschland schwankt leicht und beträgt etwa 1 Mrd. USD pro Jahr.

Bedeutender Produzent von Sparkgel und Quinoa

Besonders die peruanische Agrarindustrie bietet Potenzial. Als namhafter Produzent von Spargel und Quinoa steht Peru bereits heute auf Platz 2 bzw. 1 der Weltrangliste, bei Biobananen und Kakao auf Platz 2, bei Avocados auf Platz 3 und bei Trauben auf Rang 5. Dies, obwohl heute lediglich 2,5 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche genutzt werden.


 

Textilbranche weiter auf dem Vormarsch

Die Modebranche in Peru boomt. Sie überrascht die Welt mit Designs, die Tradition und Innovation vereinen und damit der immer anspruchsvolleren Klientel gerecht wird. Exportiert wird vor allem in die USA (42 Prozent) und Europa (34 Prozent).

Neben den beiden natürlichen Fasern Baumwolle und Alpaka setzt die peruanische Textilbranche immer mehr auf die Produktion synthetischer Materialien. Aufgrund der wachsenden weltweiten Nachfrage nach synthetischen Stoffen wird dem Export synthetischer Kleidung ein großer Zuwachs prognostiziert.

Das Erfolgsgeheimnis der peruanischen Mode- und Textilbranche liegt vor allem in der vertikalen Integration von der Rohstoffversorgung bis zum Endprodukt, dem hochqualifizierten Personal entlang der gesamten Wertschöpfungskette und den marktgerechten Preisen.


Interkulturelles Management führt zu mehr Erfolg

Getrieben von der liberalen Wirtschaftspolitik und der Globalisierung sind immer mehr ausländische Firmen in Peru ansässig. Das führt mitunter zu neuen Herausforderungen für das Management. Denn Arbeitspraxen und Kultur unterscheiden sich erheblich vom gewohnten westlichen Umfeld. Das kann zu Missverständnissen und Konflikten führen. Die Lösung findet sich im interkulturellen Management, das Akteuren aus unterschiedlichen Kulturkreisen hilft, die Unterschiede wahrzunehmen, ihre Bedeutung abzuschätzen und mit ihnen umzugehen.

Deutsche Firmen, die in oder mit Peru Geschäfte betreiben, tun gut daran, ihre Mitarbeiter im interkulturellen Management zu schulen. Sie sollten sich fragen, wie sie kulturelle Unterschiede am produktivsten für sich nutzen und von der Vielseitigkeit ihrer Mitarbeiter profitieren. Mit entsprechender Schulung und Sensibilisierung wird eine Firma mit interkulturellen Teams oder Abteilungen erfolgreicher sein als die Mitbewerber.


>>> Newsletter zu Peru: www.peruconsult.de/newsletter


NEWSLETTER

Über Peru informiert bleiben!

* bitte ausfüllen

so bleiben wir mit Dir im Kontakt, auch Marketing.

Deine Daten werden nur bei uns verarbeitet. Versprochen! Weitere Infos www.peruconsult.de/ impressum_datenschutzerklaerung/

!Herzlich Willkommen in Peru!

Peru-Blog