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PERU – Mehr Schutz auf Geschäftsreisen: Arbeitgeber ist in der Verantwortung für Mitarbeiter

Welche Risiken gibt es auf Dienstreisen in Peru?

Was ist die moralische Verantwortung und gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers?

Welche Vorsorge ist möglich und nötig?

Manche deutsche Fach- oder Führungskräfte sind nur für einige Tage in Peru unterwegs, andere für mehrere Jahre. Unabhängig von der Dauer: In allen Fällen, also immer, ist der Arbeitgeber für den Gesundheitsschutz verantwortlich.

 

Antworten hierzu und wertvolle Tipps lesen Sie im Gastbeitrag vom Experten Friedrich Christian Haas, MA, Geschäftsführender Gesellschafter der AKE | SKABE  GmbH 

www.akegroup.de | www.akpllp.com

Drei beispielhafte Ereignisse

Beispiel 1 

  • Technische Fachkräfte auf dem Weg zur Mine mit Steinen beworfen

Die Ereignisse

So hatten die beiden Bergbauingenieure sich das nicht gedacht. Als Zulieferer eines in Peru tätigen Konzerns war ein einwöchiger technischer Arbeitseinsatz geplant. Aber schon am zweiten Tag wurde Ihr Fahrzeug auf dem Weg zur Mine mit Steinen beworfen und am Abend gab es keine zurück aus der blockierten Zufahrt zur Mine. Als nach zwei Tagen einer von beiden gesundheitliche Probleme bekam, konnte noch zeitnah ein Ausflug über Hubschrauber organisiert werden.

Der Hintergrund

Über die politische Lage im Lande und den eskalierenden Konflikt des Minenbetreibers mit der lokalen Bevölkerung hatte sich der Arbeitgeber nicht befasst. Allein eine Eingabe des Namens der Mine bei Google, hätte genügt.

 

Beispiel 2

  • Verkehrsunfall auf den Straßen der Anden im regionalen Bus

Die Ereignisse
Als vier Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) auf einer privaten Reise bei einem Verkehrsunfall eines Busses ums Leben kommen, ist die Bestürzung groß.

Der Hintergrund

Weltweit machen aber fast überall Verkehrsunfälle das höchste Risiko für Geschäftsreisende und Expats aus: Nicht nur als Fahrer, sondern eben auch als Mitfahrer oder Fußgänger. Arbeitgeber haften für die Wahl sicherer Verkehrsmittel und Aufklärung über die Risiken, wie z.B. unsichere Fluggesellschaften, spätestens, wenn das Auswärtige Amt vor deren Nutzung warnt.

 

Beispiel 3

  • Lebensgefährliche Erkrankung eines Familienmitglieds im Regenwald

Die Ereignisse
Ein junger deutscher Ingenieur kündigt seine Stelle in Peru. Mit Familie war er drei Jahre zuvor nach Pucallpa gezogen. Als aber seine jüngste Tochter schwer erkrankt ist der Arbeitgeber nicht greifbar. Nur dank seiner Südamerikaerfahrung kann er im Alleingang eine Privatklinik in Lima und den Flug nach Deutschland organisieren. Laut Arzt zählt jeder Tag. Als seine Frau mit dem schwerkranken Kind in Frankfurt landet und der Arbeitgeber nichts organisiert hat, ist das Vertrauen des hochbegabten Ingenieurs in den Arbeitgeber irreparabel erschüttert.

Der Hintergrund

Es wäre bei der Entsendung der Familie die Pflicht des deutschen Arbeitgebers gewesen, zu prüfen wie die medizinische Versorgungslage für eine Familie mit Kleinkindern in der Region Ucayali ist.

 

Welche Lösungen gibt es?

  • Die Prüfung der medizinischen Versorgungslage ist eigentlich eine der einfacheren Aufgaben eines Assistance-Dienstleistes einer Auslandskrankenversicherung – und daher aus Sicht eines Arbeitsgerichts durchaus eine zumutbare Maßnahme für Fürsorge.
  • Oder eine externe 24/7 Notrufnummer, wo ein Mitarbeiter jederzeit für ihn relevante Informationen einholen kann.
  • „Wir erleben gerade hier, dass sie über 70% der Fragen um die Gesundheit drehen, vom Zahnschmerz, über die Adresse einer Apotheke bis zur Anforderung eines Notarztes nach einem Unfall.“

 

Wie werden deutsche Unternehmen kontrolliert?

Deutsche Behörden führen Kontrollen durch. Es wird hier die Wirksamkeit von Maßnahmen (Risikomonitoring) gemäß § 3 Abs. 1 Satz ArbSchG, die Aufgrund einer Gefährdungsbeurteilung (Risikoanalyse) gemäß §§ 5-6 ArbSchG ergriffen wurden, untersucht. Bei Geschäftsreisen und Entsendungen umfasst das alle Risiken, die auf Mobilität, Unterkünfte, … und Arbeitsplatz des Mitarbeiters Auswirkungen haben können.

Deutschen Aufsichtsbehörden können schon aus Gründen mangelnden Personals und Budget nicht im Ausland prüfen. Aber wie mir letzthin ein Mitarbeiter einer Behörde sagte: „Wenn etwas passiert, werden wir natürlich aktiv und machen uns ein Bild. Wenn Menschen zu Schaden kommen, gucken wir uns die Unterlagen von deutschen Beamten des Bundeskriminalamtes an, die sich vor Ort ein Bild gemacht haben. Vor allem prüfen wir im Unternehmen in Deutschland, was im Vorfeld zur Wahrung der Fürsorgepflicht unternommen und dokumentiert wurde.“

 

Wichtig zu wissen!

Weil der Mitarbeiter dienstlich unterwegs ist, ist er quasi 24 Stunden am Tag im Dienst: Reise, Wohnen, Freizeit und der Arbeitsort.

 

Was muss das Unternehmen tun?

  • Grundlegend und auch im kleinsten mittelständischen Unternehmen umsetzbar sind dabei Reise- und Entsenderichtlinien.
  • Angepaßt an die Arbeitsprozesse im Unternehmen wird quasi eine Checkliste erstellt, die Vorbereitung einer Geschäftsreise so regelt, daß nichts wichtiges vergessen wird, wie der Besuch eines Arbeitsmediziners, ob ggf. eine ausreichender Impfschutz vorliegt.
  • Andere Punkte können Auswahlkriterien für Hotels und Verkehrsmittel sein: Während in London die Nutzung von Bussen kein Thema ist, kann es in Lima untersagt sein.
  • Am Ende sollte immer ein Rechtsanwalt die Reiserichtlinie prüfen, ob sie den Fürsorgepflichten gerechte werden. Denn wer es laut Strafgesetzbuch unterläßt, etwas zu unternehmen, um eine Straftat abzuwenden, begeht nach  §§ 13-14 StGB eine Straftat durch Unterlassen. Und das es kein Unternehmensstrafrecht in Deutschland gibt, geht es dann nur noch um das private Vermögen und Freiheit des Unternehmers.

 

Bitte NICHT vergessen!

  • Was auch oft vergessen wird, aber aus dem Arbeitsschutz ableitbar ist.
  • Jede Gefährdungs- bzw. Risikoanalyse ist immer nur ein aktueller IST-Stand, ergänzt durch eine Prognose.
  • Daher müssen die Risiken regelmäßig überprüft werden und ggf. eine Anpassung der Risikobewertung und der Maßnahmen zur Risikominimierung erfolgen.
  • Dies gilt insbesondere für Länder mit hohen politischen Risiken, Naturgefahren, … bzw. einer generell schnell veränderlichen Lage. Auch das ist heute über digitale Lösungen einfach zu realisieren: über Buchungsdaten (Hotel, Flug, …) oder eine App, wird 24/7 geprüft, ob sich die Gefährdungslage verändert, egal ob Naturkatastrophe, Unruhen, Großschadenslage, Terroranschlag, …

 

Faktor Mitarbeiterbindung

Arbeitgeber berichten uns auch immer öfter, dass es ein Faktor von Mitarbeiterbindung ist, wenn sich diese so gut vorbereitet und informiert unterwegs wissen – und damit auch Bedenken von Angehörigen hinsichtlich bestimmter Reiseziele aus dem Weg Räumen können.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es darum geht in neue Märkte zu gehen – wie auch Peru!

 

Wo erhalten Sie weitere Informationen?

Wenn Sie hierzu spezielle Frage haben – schreiben Sie mir!

f.haas@akegroup.de

oder rufen Sie an:

Telefon +49 (0)521 – 9710 841-0

Telefon +49 (0)521 – 9710 841-7 direkt

Mobil +49 (0)160 – 96 20 47 56

Seit einigen Jahren beraten wir unter anderem Unternehmen im

  • Berg- und Maschinenbau wie auch der
  • Nahrungsmittelindustrie in Lateinamerika.

Dazu gehören u.a. auch Trainings zum sicheren Leben und Arbeiten in Erdbeben gefährdeten Ländern, wozu auch Peru gehört. Gerne stellen ich Ihnen Kontakt zu KMU her, die das bereits erfolgreich umgesetzt und positives Feedback ihrer Mitarbeiter haben.

Friedrich Christian Haas, MA

Geschäftsführender Gesellschafter, AKE | SKABE  GmbH  Unternehmensberatung

Alfred-Bozi-Straße 19 | D- 33602 Bielefeld | Germany

 

Vielen Dank Herr Haas für diesen informativen und für Peru höchstrelevanten Gastbeitrag!

 

PS:

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