Peru – 100 Tage Quarantäne

  • -

Peru – 100 Tage Quarantäne

Category : Allgemein

der blog: www.peruconsult.de/coronavirus

Tag 100 in Peru – 100 Tage Quarantäne. Als am Sonntag den 15.03. um 20.00 Uhr der Präsident Vizcarra die Schließung der Grenzen für zunächst 1 Monat und die Quarantäne für zunächst 14 Tage ab dem Folgetag, Montag 16. März, ankündigte, konnte sich niemand vorstellen, dass diese so lange andauern würde. An diesem Sonntagabend verließen viele ihre Häsuer und Wohnungen, um noch schnell einkaufen zu gehen für die nächsten 14 Tage. Thunfisch, Reis und Toilettenpapier waren bereits komplett ausverkauft. Die Menschen standen ohne Mundschutz und ohne Mindestabstand an den Kassen.

Was hat Peru in 100 Tagen gelernt?

  • die Regierung kann schnell und konsequent handeln
  • das neue Symbol ist das Tragen des Mundschutzes
  • die Helden sind Ärzte, Pflegekräfte, Journalisten
  • das neue Ritual ist “Sonntags selbst kochen und kein Restaurantbesuch”
  • die neuen Werte wie Disziplin, Verantwortung, Hygiene sind gesät

Die 100 Tage der Quarantäne teilen sich in 3 Phasen auf:

1.Phase: die Schließung Perus

Die schnelle und konsequente Reaktion der Regierung überraschte alle und wurde als sinnvolle Schutzmaßnahme empfunden. Peru war optimistisch, ja fast euphorisch, dass dadurch die Menschen geschützt werden und in 14 Tage alles wieder “normal” sei.

Die Grenzen wurden geschlossen, die Flughäfen, die Busverbindungen verboten, die Schulen bis zum Jahresende geschlossen, die Restaurants, die Bars, die Einkaufszentren, die KFZ-Werkstätten, die Arztpraxen, die Sicherheitsfirmen und vieles mehr. Nur Apotheken, Lebensmittelläden, Märkte, Journalisten und Krankenhäuser waren geöffnet. Eine weitere Schutzmaßnahme war die Ausgangssperre von zunächst 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr und später von 18.00 Uhr bis 5.00 Uhr, Sonntags immer.

2.Phase: das Problem der Armut

Zuerst machten sich die Menschen aus Huancavelica auf dem Weg. Sie wollten von Lima aus nach Hause laufen. Eine Strecke von etwa 15 Stunden mit dem Auto. Durch sie wurde sichtbar was das Problem nicht nur Limas, sondern Perus ist.

Familien mit kleinen Kindern aus Provincia, meisten den Anden oder der Selva Alta, die zu viert, zu sechst oder noch mehreren in einem kleinen Zimmer in Lima als Untermieter wohnen und tagsüber als Hilfskräfte in den Küchen der Restaurants Limas oder als Straßenhändler durch den Verkauf von Wassser ihren Lebensunterhalt verdienen. Nun da alle Restaurants geschlossen sind und der Verkehr sich um 90% reduzierte, hatten sie kein Einkommen mehr und der Vermieter warf sie auf die Straße bzw. sie wollten von alleine gehen. 70% Perus, etwa 25 Millionen Menschen haben kein festes monatliches Einkommen. Sie leben “día a día”.

3. Phase: die langsame Wiederaktivierung

Menschen die kein Einkommen hatten, ca 7 Millionen der 9 Millionen Haushalte Perus, erhielten 14 tägig ein paar Soles um Lebensmittel zu kaufen. An dieses Geld zu kommen war eine Herausforderung und führten zu langen Schlangen vor den Banken.

Die Anzahl der Infizierten erhöhte sich täglich und überstiegt Deutschland. In den mercados lag die Infiziertenquot der Händler bei bis zu 80%, in den Bussen bei 20-40%. Der Virus wanderte durch Lima. So wie dieser vom Norden des Landes sichlangsam in den Süden sich ausweitete. Für das Land wurde ein 4 Phasen Plan erstellt, der bis Ende August das Land wieder normalisieren sollte, mit Ausnahmen wie Schulen oder Bars oder Events.

Mitte Mai begann die 1. Phase und es stellte sich heraus, dass die Auflagen für die Industrie und Restaurants kompliziert waren. Mitte Mai war auch der Punkt an dem Peru die Hoffnung aufgab und die Frage hochkam: “am Virus sterben oder verhungern?

Die Krankenhäuser waren  überfüllt und hatten zu wendig Sauerstoff, die Menschen kauften Sauerstoff privat und standen 10 Stunden Schlange, die ersten Ambulantes kamen zurück auf die Straße um Geld zu verdienen. Im Juni startete Phase 2. Arztpraxen, Einkaufszentren, Händler, Friseursalons und viele weitere Sektoren konnten mit Auflagen wieder öffnen. Jedoch ist das Bild ein anderes, eines von Angst geprägt und der Hoffnung nicht ins Krankenhaus zu müssen. Denn dort kommt man vielleicht nicht mehr leben heraus.

Die Wirtschaftszahlen vom April zeigen das Ausmaß auf: -40% Wirtschaftswachstum, -90% Exporte für Textilien. Millionen von verlorenen Arbeitsplätzen.

 

Was kann Peru tun?

– die neue Kultur muss vorgelebt werden, beginnend zu Hause

– ein eigenes Business gründen, dies online betreiben und in wirtschaftlich besser aufgestellten Ländern zu exportieren

-mit anderen zusammenschließen, Vereine und Genossenschaften gründen, um Ideen zu entwickeln sowie sich mental zu unterstützen.

– die Digitalisierung voranbringen

– Umweltinitiativen starten für den Umgang mit Plastikmüll oder Verkehr


NEWSLETTER

Über Peru informiert bleiben!

* bitte ausfüllen

so bleiben wir mit Dir im Kontakt, auch Marketing.

Deine Daten werden nur bei uns verarbeitet. Versprochen! Weitere Infos www.peruconsult.de/ impressum_datenschutzerklaerung/

!Herzlich Willkommen in Peru!

Peru-Blog